Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0810/63174.html    Veröffentlicht: 27.10.2008 10:12    Kurz-URL: https://glm.io/63174

E-Plus: "Schnelle Datenverbindungen werden kaum benötigt"

Netzbetreiber weiter ohne echtes Geschäftsmodell für mobiles Internet

Der Mobilfunkbetreiber E-Plus rät zur Vorsicht beim Ausbau des mobilen Internet. "Wir befinden uns in einem Investitionsdilemma", sagte der E-Plus-Chef. Wer sein Netz mit viel Aufwand für schnelle Datenübertragung aufrüste, laufe Gefahr, die Kosten nicht wieder hereinzuholen.

"Die meisten Mobilfunknutzer benötigen gar keine schnelle Datenverbindung", sagte E-Plus-Chef Thorsten Dirks der Welt. Erst im kommenden Jahr will der Betreiber in einzelnen Regionen mit HSDPA starten. Den Anfang sollen mittelgroße Universitätsstädte machen. Mobiles Breitband könne DSL zudem nicht ersetzen. Auch sei im Grunde noch immer kein funktionierendes Geschäftsmodell für das mobile Internet gefunden, beklagte er.

Um auch ländliche Regionen mit schnellen Internetanschlüssen zu versorgen, sprach sich Dirks für den gemeinsamen Aufbau eines drahtlosen Breitbandnetzes aus. "Sinnvoll ist nur ein gemeinsames Netz", sagte er. Sonst rechne sich das für niemanden. Das Netz müsse nach dem Aufbau diskriminierungsfrei allen zur Verfügung gestellt werden.

Durch die Umstellung der Übertragung von Rundfunksendern auf digitale Signale werden Frequenzen frei, was in der Branche auch als "digitale Dividende" bezeichnet wird. Diese Frequenzen eignen sich für schnelle Datenverbindungen. Doch mit einem Betrieb sei hier vor 2012 kaum zu rechnen, sagte Dirks. Zudem wollten die Rundfunkanstalten die Spektren gar nicht abgeben. Durch die Beteiligung der Bundesländer bei dem Entscheidungsprozess müssten die Landesmedienanstalten jetzt die nächsten Schritte tun.  (asa)


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