Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0810/63144.html    Veröffentlicht: 24.10.2008 09:03    Kurz-URL: https://glm.io/63144

Klebeband als Röntgengerät

Keine Gesundheitsgefährdung bei normalem Gebrauch zu befürchten

Forscher der Universität Kalifornien haben ein seltsames Phänomen entdeckt: Wird Klebeband von der Rolle abgezogen, entsteht eine schwache Röntgenstrahlung. Angst muss man dennoch nicht haben: Der Effekt tritt nur im Vakuum auf.

Die Forscher Seth Putterman, Carlos Camara und Juan Escobar haben mit Hilfe des Klebebandes sogar ein einfaches Röntgenbild eines Fingers erstellt, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Man sei sehr überrascht gewesen, sagte Escobar, ein Doktorand an der Uni. Mit einigen Verfeinerungen könnte das Phänomen genutzt werden, um preisgünstige manuell angetriebene Röntgengeräte für Sanitäter oder Gegenden herzustellen, in denen kein Strom verfügbar ist. Die Forscher rund um Seth Putterman und die Universität haben sogar einen Patentantrag für solche Geräte gestellt.

Im Versuch wurde normales durchsichtiges Klebeband in einer Vakuum-Kammer mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 3 cm pro Sekunde von einer Rolle abgezogen. Dabei wurden kurze Röntgenemissionen von wenigen Milliardstel Sekunden Dauer von der Rolle abgegeben.

Eine Gesundheitsgefährdung geht von Klebeband aber nicht aus. In der Luft wird beim Abziehen keine Röntgenstrahlung emittiert.  (ad)


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Links zum Artikel:
University of California Los Angeles (.edu) - Seth Putterman: http://www.physics.ucla.edu/research/putterman/index.html

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