Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0810/62907.html    Veröffentlicht: 13.10.2008 17:54    Kurz-URL: https://glm.io/62907

Telekom-Datenleck: Union und Grüne fordern Rücktritte

Konzern soll Kunden Entschädigung zahlen

Politiker fordern personelle Konsequenzen vom Unternehmensvorstand der Deutschen Telekom, nachdem ein neues Sicherheitsleck bekannt geworden war. Bis vor kurzem konnten die Daten von mehr als 30 Millionen T-Mobile-Kunden abgerufen und manipuliert werden.

Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl (CSU) hat gefordert, der für das neue Sicherheitsleck verantwortliche Vorstand der Deutschen Telekom müsse zurücktreten. "So eine Panne darf nicht ohne personelle Konsequenzen bleiben", sagte Uhl der Frankfurter Rundschau. "Derjenige im Vorstand, der dafür Verantwortung trägt, hat den Hut zu nehmen." Die Konzernführung sei "grob fahrlässig mit den persönlichen Daten der Kunden umgegangen."

Eine Verschärfung des Datenschutzrechts sei nötig, um den Schutz der Kundendaten zu verbessern. Es sei Aufgabe des Staates, die Kontrolleure zu kontrollieren. "Hier wurden schwere Fehler von einem Unternehmen gemacht, nicht vom Staat", sagte Uhl.

Auch die Grünen-Datenschutzexpertin Silke Stokar erklärte: "Die für die Pannen Verantwortlichen müssen persönliche Konsequenzen ziehen." Dem Konzern könnten keine hochsensiblen Staatsaufträge mehr übergeben werden. "Wir fordern den Stopp aller weiteren staatlichen Großaufträge wie die Entwicklung der Gesundheitskarte, solange der Datenschutz nicht gewährleistet ist", sagte Stokar.

Zudem müsse der Bonner Telekommunikationskonzern eine Wiedergutmachung an die geschädigten Kunden leisten. Den von Datenpannen Betroffenen müsse Telekom-Chef René Obermann "Gutschriften zukommen lassen", so Stokar. Zudem forderte sie die Möglichkeit des Schadenersatzanspruchs für geschädigte Kunden und eine Informationspflicht des Unternehmens bei Datenmissbrauch im neuen Datenschutzgesetz.  (asa)


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