Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0809/62537.html    Veröffentlicht: 22.09.2008 11:40    Kurz-URL: https://glm.io/62537

Zweiter Release Candidate von OpenOffice.org 3.0

Neue Version der freien Office-Suite kurz vor der Veröffentlichung

Mit Erscheinen eines zweiten Release Candidate steht die freie Office-Suite OpenOffice.org 3.0 kurz vor der Veröffentlichung. Die neue Version läuft erstmals nativ unter MacOS X, unterstützt das Office-Dateiformat ODF 1.2 und kann Dateien aus Microsoft Office 2007 lesen.

Ein konkreter Veröffentlichungstermin für OpenOffice.org 3.0 steht noch nicht fest, es könnte aber noch im September so weit sein, sofern im nun veröffentlichten Release Candidate keine groben Fehler mehr entdeckt werden. OpenOffice.org 3.0 wartet mit nennenswerten Neuerungen auf.

Writer unter MacOS X
Writer unter MacOS X
Beispielsweise läuft OpenOffice.org 3.0 nativ unter MacOS X, ohne dass dafür ein X11-Server benötigt wird. Bisher mussten Nutzer entweder die X11-Variante nutzen oder auf NeoOffice ausweichen. In der neuen Version verhält sich OpenOffice.org wie jede andere Aqua-Anwendung. Auch an Windows Vista passt sich die Software in der neuen Version besser an.

Über eine Erweiterung lassen sich PDF-Dateien importieren, alsi existierende PDF-Dateien verändern, auch wenn die originale Quelldatei nicht mehr vorhanden ist. Neu ist auch das Startcenter, das sich nach dem Starten der Anwendung zeigt: Es erlaubt, direkt Dokumente zu öffnen oder neue anzulegen. Bislang startete die Textverarbeitung Writer als Standardapplikation.

PDF-Import
PDF-Import
Darüber hinaus unterstützt OpenOffice.org 3.0 die kommende Version 1.2 des ISO-Standards OpenDocument (ODF). ODF 1.2 umfasst eine Formelsprache wie auch ein Metadatenmodell, basierend auf den W3C-Standards RDF und OWL. Die Software wartet mit einem Importfilter für Microsoft Office 2007 auf und kann die damit erzeugten Dateien lesen aber nicht schreiben.

Das Zuschneiden von Bildern in Draw und Impress funktioniert nun wie in den meisten anderen Desktopanwendungen durch Ziehen von Anfassern, die sich an den Enden und Ecken eines Bildes befinden.

Solver in Calc
Solver in Calc
Neu in der Tabellenkalkulation Calc ist unter anderem der Solver zum Lösen von Optimierungsaufgaben (Lineare Optimierung). Für einen Zielwert in einer bestimmten Zelle der Tabellenkalkulation werden mehrere Eingangswerte so variiert, dass ein gewünschtes Optimum erreicht wird. Dabei werden Randbedingungen in anderen Zellen berücksichtigt. In Diagrammen können Regressionskurven neben der Funktionsgleichung auch den Korrelationskoeffizienten anzeigen. Außerdem können Diagrammwerte mit Fehlerindikatoren versehen werden.

Tabellen können mit OpenOffice.org 3.0 von mehreren Nutzern gleichzeitig bearbeitet werden. Der Eigentümer des Tabellendokuments kann dann die neuen Daten integrieren. Konflikte sollen durch die Software vermieden werden. Zudem kann die Tabellenkalkulation nun mit deutlich größeren Tabellen umgehen. Statt 256 werden bis zu 1.024 Spalten unterstützt.

Writer zeigt mehrere Seiten
Writer zeigt mehrere Seiten
Für mehr Übersicht beim Bearbeiten großer Textdokumente soll die Möglichkeit beitragen, mehrere Seiten während der Bearbeitung nebeneinander anzuzeigen. Auf Wunsch werden linke Seiten immer links und rechte Seiten immer rechts platziert. Writer wartet darüber hinaus mit einer verbesserten Notizfunktion auf: In der Vergangenheit wurden Notizen in OpenOffice.org nur als kleine gelbe Rechtecke innerhalb des Textes angezeigt. In der neuen Version werden Notizen an der Seite des Dokumentes anzeigt, so dass sie einfacher zu lesen sein sollen.

Impress unterstützt nun das direkte Einfügen von Tabellen in Präsentationen. Schon vorher konnten Tabellen als eingebettete Calc-Objekte verwendet werden. Ab OpenOffice.org 3.0 sind Tabellen nativ in der Präsentation vorhanden und können somit direkt in Impress verändert werden.

Der Release Candidate 2 von OpenOffice.org 3.0 steht ab sofort unter de.openoffice.org zum Download bereit.

Nachtrag vom 29. Septemer 2008, 16 Uhr: Anders als zunächst dargestellt, kann OpenOffice.org 3.0 Dateien in Microsofts Office-Open-XML-Format nur lesen, aber nicht schreiben. Der PDF-Import ist über eine Erweiterung realisiert, die zusätzlich heruntergeladen werden muss und noch als eher experimentell zu betrachten ist.

 (ji)


Verwandte Artikel:
OpenOffice.org 3.0 ist fast fertig   
(07.09.2008, https://glm.io/62254 )
Benchmark-Bericht: Von Word 95 bis Word 2007    
(24.07.2008, https://glm.io/61292 )
Ehemalige Sun-Projekte: Open Source à la Oracle   
(02.01.2017, https://glm.io/125015 )
OpenOffice.org 3.0: Zweite Beta ist fertig   
(12.07.2008, https://glm.io/60990 )
OxygenOffice 2.4.1 ist verfügbar   
(30.06.2008, https://glm.io/60715 )

Links zum Artikel:
OpenOffice.org (.de): http://de.openoffice.org/

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/