Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0809/62527.html    Veröffentlicht: 19.09.2008 14:01    Kurz-URL: https://glm.io/62527

Spieletest: Facebreaker - Schlag unter die Gürtellinie

Hektisches Prügelspiel für Playstation 3 und Xbox 360

Mit der Fight-Night-Reihe hat Electronic Arts schon mehrfach eindrucksvoll bewiesen, dass man sich im virtuellen Boxring heimisch fühlt. Bei Facebreaker wird eine andere Richtung eingeschlagen: Arcade statt Simulation und Cartoon statt realistische Grafik heißt die Devise auf Playstation 3 und Xbox 360.

Facebreaker (Playstation 3, Xbox 360)
Facebreaker (Playstation 3, Xbox 360)
Facebreaker bietet zwar die genreüblichen Modi wie schneller Kampf, Spiel gegen Freunde oder eben eine Karriere. Ein Blick auf die zwölf Recken im Spiel macht aber rasch deutlich, dass wenig Wert auf Realismus, dafür aber umso mehr auf comichaft überzeichnete Charaktere und Schauplätze gelegt wird. Die Riege reicht vom Schönling Romeo bis zum russischen Muskelpaket, und wer will, erstellt zusätzlich auch sein eigenes Comic-Alter-Ego. Per Kamera kann der Spieler auf etwas fummelige Art das eigene Konterfei ins Spiel integrieren und mit diversen Editoroptionen verfeinern.

Facebreaker
Facebreaker
Die Bedienung ist denkbar simpel. Mit einem einfachen Knopfdruck wählen Sofa-Rambos zwischen hohem und niedrigem Schlag oder Kontern, Kombinationen sorgen für mächtigere Kombos. Mehrere erfolgreiche Treffer laden zudem eine Leiste auf und ermöglichen so früher oder später besonders mächtige Schläge wie den namensgebenden Facebreaker, die dem Kontrahenten kaum eine Chance zur Gegenwehr lassen. Gedacht ist das so, dass sich der Spieler von Runde zu Runde kämpft, neue Wettbewerbe und Extras freischaltet und sich früher oder später als absoluter Boxchampion etabliert.

Facebreaker
Facebreaker
In der Praxis werden allerdings vor allem Einsteiger in den seltensten Fällen so weit kommen, denn in Sachen Balancing und vor allem Spielspaß bleibt Facebreaker um Welten hinter der Fight-Night-Konkurrenz zurück. Vor allem das Spieltempo ist viel zu hoch gewählt: Die KI-Boxer fabrizieren Treffer im Sekundentakt und schrauben somit den Schwierigkeitsgrad bereits auf der niedrigsten Stufe in unmenschliche Höhen. Folgerichtig ist taktisches Vorgehen nahezu unmöglich. Früher oder später wird wohl jeder nur noch unkoordiniert auf die Knöpfe hauen, um zumindest eine Zufallschance zu haben. Aus anfänglicher Motivation wird so schnell Frust.

Facebreaker
Facebreaker
Schade um die durchaus ansehnlichen Animationen, die witzigen Zwischensequenzen und die teils schön schrägen Zitate der Akteure. Den Ärger über die Gegneraktionen, die mit jeder Runde unrealistischer werden, können sie ebenso wenig lindern wie die Mehrspieler- und Onlineoptionen, mit deren Hilfe sich auch selbständig neue, fantasievolle Konterfeis herunterladen lassen. Zumindest gibt es keine spürbaren Unterschiede zwischen Xbox-360- und Playstation-3-Umsetzung - beide sind im Handel für 40 Euro erhältlich und freigegeben ab 16 Jahren.

Fazit:
Die Charaktere sind witzig gestaltet, die optische Umsetzung der mächtigen Faustschläge durchaus nett, das Ambiente unterhaltsam. Schade nur, dass Facebreaker nicht nur keinen Spaß macht, sondern auch noch in höchstem Maße durch seine kaum durchdachte Steuerung und einen viel zu hohen Schwierigkeitsgrad frustriert, der in unkontrolliertem Knöpfchenhämmern mündet.  (tw)


Verwandte Artikel:
Spieletest: Fight Night Round 3 - Boxen mit Holyfield & Ali   
(24.03.2006, https://glm.io/44231 )
Spieletest: Boxsport Manager - Umfangreich & ungelenk   
(16.03.2007, https://glm.io/51038 )
Razer liefert Soundsystem mit THX und Rundstrahlern aus   
(08.01.2008, https://glm.io/56863 )
Spieletest: Rocky Balboa - Altherrenboxen für Film-Fans   
(19.02.2007, https://glm.io/50616 )
Kabelloser Musikempfang per Bluetooth   
(17.09.2004, https://glm.io/33624 )

Links zum Artikel:
Electronic Arts: http://www.electronicarts.de/

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/