Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0809/62509.html    Veröffentlicht: 18.09.2008 23:10    Kurz-URL: https://glm.io/62509

Entlassungen bei Nvidia

Konzentration auf GeForce, Nforce, Tegra, CUDA und Tesla soll helfen

Der Chiphersteller Nvidia steckt in einer Krise - Entlassungen und Konzentration auf das Kerngeschäft sollen aus dieser Krise heraushelfen. Ein Nvidia-Sprecher bezeichnete die Restrukturierung als wichtigen Schritt, auch in Vorbereitung auf den neuen Konkurrenten Intel im Bereich der Grafikprozessoren.

Firmenchef Jen-Hsun Huang will mit schnellen Aktionen die Wettbewerbsfähigkeit von Nvidia verbessern und nennt die Entlassungen in einer offiziellen Stellungnahme eine schwierige, aber notwendige Reaktion auf die Marktsituation. Ein Nvidia-Sprecher erklärte gegenüber Golem.de, dass weltweit 360 Nvidia-Mitarbeitern bis zum Oktober 2008 gekündigt werden soll. Das entspräche 6,5 Prozent der über 5.000 Angestellten des Unternehmens. Die Entlassungen kosten Nvidia nach eigenen Angaben im laufenden dritten Geschäftsquartal 7 bis 10 Millionen US-Dollar.

Die Angestellten in den deutschen Nvidia-Niederlassungen in München (Marketing/PR) und Würselen (GeForce/Quadro-Entwicklung) sollen nicht oder nur minimal betroffen sein. Auf die Frage danach, wo denn nun gekündigt wurde, gab es die Antwort, dass "verschiedene Teams kleinerer Unternehmungen" aufgelöst würden, die nicht mehr so wichtig seien und die an teils nicht einmal öffentlich angekündigten Projekten arbeiteten.

Die Kündigungen seien eine Anpassung der Firmengröße auf die veränderte Marktsituation, so Nvidia. Geschäftsfelder werden demnach nicht eingestellt, wichtig bleiben sollen GeForce-Grafikchips, Nforce-Chipsätze, die Mobilprozessoren der Tegra-Serie sowie das GPU-Computing mit CUDA und Tesla. Tegra solle sogar noch ausgebaut werden und auch SLI sei Nvidia weiter wichtig.

Es werden weiterhin drei GeForce-Entwicklerteams aktiv sein, ein Abbau sei in diesem Bereich nicht geplant, erklärte Nvidia. Hier wird der Chiphersteller im Jahr 2009 - ebenso wie AMD/ATI - durch Intels Larrabee-Projekt ein starker neuer Konkurrent entgegentreten. Auch deshalb der Schritt zu den mit Entlassungen einhergehenden Restrukturierungsmaßnahmen - und um der Sorge vor neuen Entlassungen entgegenzuwirken, wird von möglichen neuen Investitionen und Einstellungen gesprochen.

Ausgerechnet GeForce und Nforce erwähnt Huang selbst in seinem offiziellen Statement jedoch nicht, stattdessen weist er auf Investitionen in CUDA und Tegra hin. Die vielen Probleme, mit denen Nvidia in den letzten Wochen und Monaten auf sich aufmerksam machte, schlagen sich mittlerweile auch auf den Aktienkurs des Unternehmens nieder.

Die Nvidia-Aktie erreichte in der vergangenen Woche mit 10,46 US-Dollar ein Dreijahrestief. Im Oktober 2007 war das Papier noch 39,67 US-Dollar wert. CEO Jen-Hsun Huan stellte bei Vorlage der letzten Quartalszahlen unmissverständlich fest: " Unsere finanzielle Performance war im zweiten Quartal 2008 enttäuschend."

Dennoch kommt Nvidias Abbau von Arbeitsplätzen überraschend. Zwar hatte das Unternehmen in seinem letzten Quartal erstmals seit fünf Jahren Verluste hinzunehmen, im volatilen Chipmarkt ist das jedoch nicht ungewöhnlich. Zum Vergleich: AMD musste, nicht nur bedingt durch die Übernahme von ATI, sieben Quartale in Folge massive Verluste verzeichnen, hat in dieser Zeit jedoch nur eine große Entlassungswelle von zehn Prozent der Belegschaft losgetreten. [von Christian Klaß und Nico Ernst]  (ck)


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Nvidia (.com): http://www.nvidia.com

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