Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0809/62431.html    Veröffentlicht: 15.09.2008 20:14    Kurz-URL: https://glm.io/62431

Xeon 7400: Monster-CPU mit bis zu sechs Kernen und L3-Cache

Intels erster Hexa-Core-Prozessor erzielt Benchmark-Rekorde

Wie in jedem Herbst renoviert Intel die Produktpalette seiner Server-CPU "Xeon". Die neue Serie 7400 besteht aus bis zu sechs Penryn-Kernen, braucht nicht mehr Strom als die Vorgänger und ist deutlich schneller. Ein bis zu 16 MByte großer L3-Cache führt trotz nicht gesteigerter Taktfrequenzen zu neuen Rekorden bei Server-Benchmarks.

Nachdem Intel AMD mit der Xeon-Serie 7300 ("Tigerton") im Herbst 2007 in vielen Tests wieder die Performance-Krone abjagen konnte, hat der Prozessormarktführer mit den Xeons des Jahres 2008 die letzte Domäne von AMD im Visier. Die Opterons skalieren durch ihre direkte Verbindung untereinander per HyperTransport vor allem in Systemen mit vier oder acht Sockeln besser als die Intel-Lösungen.

Xeon 7400
Xeon 7400
Intel aber bindet noch bis zur nächsten Architektur "Nehalem" seine CPUs über einen Fronside-Bus an den Speicher und Chipsatz an. Nach dem mit der Serverplattform "Caneland" für eingeführten Snoop-Filter von 64 MByte im Chipsatz, der Speicherzugriffe kaschieren kann, wurde den Xeons nun - wieder einmal - ein L3-Cache verordnet. Die Prozessoren der Serie Xeon 7400, bisher als "Dunnington" bekannt, können mit ihren bis zu sechs Kernen auf bis zu 16 MByte L3-Cache zugreifen.

Monster-Die des Dunnington
Monster-Die des Dunnington
Die bisherigen Dual-Core-Dies hat Intel zudem auf einem Stück Silizium vereint, alle sechs Kerne sitzen darauf. Jede Dual-Core-Einheit hat auch beim größten Modell X7460, wie auch bei allen anderen 7400er-Xeons, nur noch 3 MByte L2-Cache. Die sechs Kerne teilen sich den L3-Cache von 16 MByte, insgesamt kommt der Prozessor so auf 1,9 Milliarden Transistoren und eine Die-Größe von 503 Quadratmillimetern. So groß und komplex waren bisher nur Intels Itaniums.

Intels Photoshop-Impression des Xeon
Intels Photoshop-Impression des Xeon
Die Dunningtons sind jedoch anders als diese GPU schon in 45 Nanometern Strukturbreite gefertigt, was Intel die sechs Kerne samt L3 Cache ermöglicht. Die Kerne selbst basieren auf der Penryn-Architektur, die gegenüber den ersten Core-Prozessoren bei gleichem Takt 20 bis 30 Prozent schneller rechnen kann.

Xeon 7300 und 7400 im Vergleich
Xeon 7300 und 7400 im Vergleich
Damit musste Intel die Takfrequenzen gegenüber der Serie 7300, die mit bis zu 2,93 GHz antrat, auch nicht steigern. Der X7460 kommt nur auf 2,66 GHz, nimmt dabei mit einer TDP von 130 Watt aber auch nicht mehr elektrischer Leistung auf als die Serie 7300. Die Dunningtons passen damit in bestehende Serverdesigns, entsprechende Updates der Rechner hat noch vor dem Marktstart der neuen Xeons Fujitsu-Siemens bereits angekündigt. Zu beachten ist dabei aber, dass Chipsatz und Speicher in Form von FB-DIMMs bei Xeon-Servern deutlich mehr Leistung aufnehmen als bei Opteron-Maschinen.

Der X7460 ist dabei nur das Spitzenmodell, insgesamt hat Intel sieben neue Xeons mit Penryn-Kernen vorgestellt, die alle zur Serie 7400 gehören. Sie sind als "L"-Versionen auch mit vier Kernen zu haben, das Modell L7445 mit 2,13 GHz soll typischerweise nur noch 50 Watt Leistung benötigen. Die CPU verfügt über 12 MByte L3-Cache, in der 90-Watt-Klasse gibt es auch eine Variante mit 8 MByte L3-Cache. Die L-Modelle sind jedoch trotz weniger Rechenleistung so teuer wie die schnellsten Xeons, da die Produktionsausbeute bei CPUs, die mit sehr geringer Spannung laufen, recht gering ist.



40 Prozent schneller mit 50 Prozent mehr Cores
40 Prozent schneller mit 50 Prozent mehr Cores
Neue Funktionen zur Virtualisierung hat Intel in die Dunningtons nicht eingebaut. 50 Prozent mehr Kerne und der L3-Cache sorgen jedoch nach Angaben von Microsoft - die Intel veröffentlicht hat - für 40 Prozent mehr Leistung mit Hyper-V gegenüber den 7300er-Xeons. Bei den weiteren in der Galerie veröffentlichen Intel-Vergleichen von Xeon 7300 gegenüber Xeon 7400 ist zu beachten, dass die Werte der älteren Prozessoren mit 128 GByte Speicher durchgeführt wurden, die der neueren mit 256 GByte. FB-DIMMs mit 4 GByte pro Modul gab es 2007 noch nicht. Zudem gelten die Werte nur für Single-Socket-Systeme.

Intel schlägt sich selbst
Intel schlägt sich selbst
Intel schlägt sich in den üblichen Server-Benchmarks dabei selbst um 14 (SPECjbb) bis 48 Prozent (TPC-E). Für Server ist dieser Zuwachs, der sich allein durch Austausch von Prozessoren und Speicher bei allerdings erheblichen Aufrüstkosten erzielen lässt, durchaus beachtlich.

Auch von HP und IBM gibt es Benchmarks der 7400er-Xeons, die unter anderem bei SAP einzusehen sind. Im SD-Test von SAP schlagen sich die neuen Prozessoren wacker und sind unter anderem schneller als alle Sun-Maschinen mit SPARC-CPUs. Im viel beachteten TPC-C-Benchmark führt weiterhin IBMs System x3950 mit acht Sockeln, in denen durch Intels Sechs-Kerner nun 48 Kerne Platz finden. Die Maschine kommt so als erstes System auf über 1,2 Millionen tpmC-Punkte.

Fixer als RISC
Fixer als RISC
Verfügbar sind die neuen Prozessoren, deren hier angegebene Preise für PC-Hersteller bei einer Mindestabnahme von 1.000 Stück gelten, laut Intel ab sofort. Nach den teils schon weit vorab veröffentlichten Benchmarkergebnissen wollen sie alle großen Serveranbieter als Updates für ihre Caneland-Maschinen aus dem Jahr 2007 anbieten.  (nie)


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