Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0809/62423.html    Veröffentlicht: 15.09.2008 15:46    Kurz-URL: https://glm.io/62423

60 Minuten: Warhammer Online - WoW-Konkurrent gestartet

Die ersten Schritte und die ersten Quests in der Welt des WoW-Herausforderers

Ab sofort können Vorbesteller der Standard Edition von Warhammer Online in den virtuellen Krieg ziehen - die "Headstart"-Phase ist eröffnet. Der Rest der Spielewelt darf ab Donnerstag, den 18. September 2008 antreten. Golem.de hat schon mal das Schwert gezückt und die ersten Erfahrungspunkte in den Quests und Kämpfen des Onlinerollenspiels von Mythic Entertainment gesammelt.

Warhammer Online
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Die erste Wahl in Warhammer Online - nein, das ist nicht die zwischen Recht und Chaos, oder die des Lieblingsschwerts. Zuerst muss sich der Spieler den Server aussuchen, auf dem er antreten möchte. Derzeit sind acht deutsche Server in Betrieb, drei davon waren bereits voll, drei weitere stark und zwei mittelstark ausgelastet. Für unseren "60 Minuten"-Kurzbesuch in der virtuellen Welt wählen wir Egrimm, auf dem erstens verschärfte Rollenspielregeln gelten und der zweitens im Modus "OpenRvR" läuft. Dann erst folgt die Entscheidung zwischen den Armeen der Ordnung und den zumindest auf den ersten Blick etwas grimmigeren Armeen der Zerstörung, für die wir uns entscheiden.

Anschließend wählen wir einen Protagonisten aus der Klasse der Auserkorenen. Das wird also ein schwerer Nahkämpfer, der gerne in Gruppen kämpft und über Auren verfügt, die negative Einflüsse auf Gegner in der Nähe haben - eine Art Anti-Paladin, sozusagen. Mit ein paar Mausklicks verpassen wir ihm eine neue Frisur, ein neues Gesicht und einen anständigen Bart, klicken dann auf fertig und stehen nach wenigen Ladesekunden auch schon in Norsca. Das ist eine eher düstere und karge Gegend irgendwo im Norden der Welt - und sie wirkt noch düsterer und karger, weil gerade Dämmerung herrscht und es nicht mehr lange bis zur Nacht dauert.

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Unseren Charakter bewegen wir grundsätzlich mit der gleichen WASD- und Maussteuerung wie in nahezu jedem vergleichbaren Onlinerollenspiel. Und so laufen wir erst mal auf Skurlorg Schwarzhorn zu, weil über seinem schick behelmten Haupt ein grünes Buch zum Plausch einlädt. Wir haben richtig geraten, die erste Quest erwartet uns. Wir sollen zum nahem Friedhof marschieren und dort, so Skurlorg wörtlich, vier "Tote töten" - was die Vermutung nahelegt, dass es sich dabei um Zombies handelt. Anschließend sollen wir uns bei einer gewissen Kaltira melden, die hat dann weitere Aufgaben. Ein paar Schritte weiter leuchtet ein weiteres grünes Buch, und zwar über einem Herrn namens Garik Blutfaust. Scherze über seinen Namen wagen wir nicht, stattdessen wundern wir uns über seine Sprachfähigkeiten: Sein Missionstext wird, wie der von einigen weiteren NPCs im Startgebiet, noch auf Englisch angezeigt - ein Bug.

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Blutfaust will, dass wir eine glühende Rune in der Nähe erforschen, also machen wir uns auf. Wo die Rune zu finden ist, zeigt eine rote Markierung auf der Weltkarte, auf der auch das Gebiet des Friedhofs wegen der anderen Aufgabe herausgehoben ist. Überhaupt glänzt Warhammer Online mit übersichtlichen Infos: Auf der rechten Bildschirmseite werden die Quests angezeigt, und sobald die Maus in die Überschriften kommt, ploppt ein Fenster mit weiteren Informationen auf. Die Übersichtskarte und die Weltkarte zeigen ebenfalls viele Details, die den Einstieg einfacher machen. Die Rune befindet sich allerdings direkt vor uns, ein Klick darauf beendet diese Quest auch schon und wir bekommen 700 Erfahrungspunkte - hurra! Dann müssen wir noch schnell zu Ranulf, dem Bibliothekar, und können uns dann der Aufgabe von Schwarzhorn zuwenden.

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Der Friedhof befindet sich ganz in der Nähe. Dort knöpfen wir uns den ersten Untoten vor: Mit einer der Spezialfähigkeiten der Auserkorenen schleudern wir unsere Axt auf den Zombie. Die verursacht ein wenig Schaden, lockt das Ziel an und saust dann wie ein Bumerang wieder zurück in unsere Heldenfaust. Das Kampfsystem erinnert ebenfalls an World of Warcraft: Per Mausklick starten wir eine Serie von Standardangriffen, für besondere Attacken drücken wir die Zahlentaste oder klicken auf das entsprechende Icon. Einen kleinen Unterschied sehen wir allerdings jetzt schon, denn die Cooldowns scheinen in Warhammer Online nicht nur für den gerade verwendeten Spezialbefehl zu gelten, sondern für alle.

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Einige Kämpfe später haben wir dann vier der "ruhelosen Toten" endgültig ins Jenseits befördert und melden uns bei Kaltira. Mit den Erfahrungspunkten von ihr schaffen wir den ersten Levelaufstieg: Wir sind jetzt ein 2er-Auserkorener. Damit wir davon mehr haben als nur mehr Lebens- und Aktionspunkte, müssen wir bei einem Trainer vorbei. Der steht glücklicherweise gleich ums Eck und verkauft uns eine weitere Spezialfähigkeit: Wir beherrschen dann "Schreckliche Angst" - eine Aura, die die Stärke von uns und unseren potenziellen Gefährten um 4 erhöht, und die von Feinden um den gleichen Wert senkt.

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Wir kehren nun zurück zum Friedhof, steigen für Kaltira hinab in eine Gruft und erledigen fünf "erwachte Geister". Zwischendurch sterben wir versehentlich, erwachen aber direkt im Startgebiet bei Schwarzhorn wieder zum Leben. Einzige Strafe für den Tod in Warhammer Online: Ein paar der Attribute werden gesenkt - das Programm verkauft dies als "Übelkeit". Allerdings lässt sich das für wenige Münzen beim Heiler problemlos kurieren. Nachdem auch die Geister eliminiert sind, schickt Kaltira uns zu einem Todbringer - was sich als eine mächtige Kanone entpuppt, in die wir die im Lauf der Quests eingesammelten Leichenteile stopfen, und die dann automatisch ihre Ladung abfeuert.

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Soweit die ersten Schritte in Warhammer Online. Die rund "60 Minuten" haben Spaß gemacht - wir wussten jederzeit, was zu tun ist, und Bedienung und Steuerung machten einen durchdachten und sehr ausgereiften Eindruck. Das Ganze wirkt etwas komplexer als World of Warcraft, zum Beispiel gibt es schon früh die Möglichkeit, Rüstungsteile weiter zu verbessern, auch das Interface liefert ein paar mehr Funktionen. Was sich an weiteren Quests andeutet, wirkt ebenfalls eine Spur abwechslungsreicher als das altbekannte "Töte XY Gegner"-System. Wunder sollten Onlinerollenspieler allerdings unserem Eindruck nach zumindest in der Anfangsphase nicht erwarten.

In der Rubrik "60 Minuten" nehmen wir aktuelle Titel direkt nach der Veröffentlichung in der offiziellen Verkaufsversion für eine Stunde unter die Lupe - Auspacken und Installieren nicht eingerechnet. Einen Test kann dieser erste Eindruck nicht ersetzen, er gibt aber Aufschluss darüber, was die Spieler nach dem Start erwartet.

 (ps)


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Links zum Artikel:
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Warhammer Online - europäische Website (.com): http://www.war-europe.com

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