Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0809/62168.html    Veröffentlicht: 03.09.2008 08:58    Kurz-URL: https://glm.io/62168

Google stellt Bildersoftware Picasa 3.0 vor

Onlinedienst Web Albums mit optionaler Gesichtserkennung

Google hat mit Picasa 3.0 seine neue Fotosoftware vorgestellt. Picasa ist eng mit dem Onlinedienst Picasa Web Albums verknüpft, über den die Fotos in eine Onlinebildergalerie heraufgeladen und von anderen Nutzern betrachtet werden können. Neu hinzugekommen ist vor allem eine Gesichtserkennung und eine experimentelle Suchfunktion nach dominanten Bildfarben.

Picasa 3
Picasa 3
Google hat mit Picasa 3.0 zahlreiche Detailverbesserungen vorgenommen. Nach dem Bildimport von der Festplatte oder Digitalkamera aus werden die Bilder in zeitlich gestaffelten Alben organisiert und lassen sich zum Beispiel bewerten und verschlagworten, mit Google Earth geolokalisieren und weiterverarbeiten.

Das Bildmaterial kann mit einfachen Bildbearbeitungsfunktionen nichtdestruktiv verändert werden. Neben einer Beschnittfunktion sind vor allem Möglichkeiten zu globalen Änderungen wie der Schattenaufhellung, Lichterdämfung, Schärfe und zur Entfernung von Farbstichen vorhanden. Ein Cloningwerkzeug zum Ausbessern unschöner Bildpartien wurde ebenfalls integriert. Die Rote-Augen-Entfernung arbeitet nun auf Wunsch vollautomatisch.

Die Diashowfunktion erzeugt kleine Filme mit Übergängen, Texteinblendungen und Hintergrundmusik. Das Werk kann auf Knopfdruck zu Youtube heraufgeladen oder auf der Festplatte gespeichert werden.

Picasa 3
Picasa 3
Die Bildcollagefunktion erstellt mit Templatehilfe aus den markierten Bildern Zusammenstellungen in Form von Mosaiken, Bilderstapeln und Überblendungen. Viele Einflussmöglichkeiten bestehen allerdings nicht - die Templates selbst können nicht verändert, sondern nur in ihrer Größe und Ausrichtung bearbeitet werden.

Außerdem wurde eine Blog-Übernahmefunktion, der Export zu Bildbelichtern und zu einem E-Mail-Programm sowie eine Druckfunktion integriert, die schon in der vorangegangenen Version eingebaut waren.

Picasa 3
Picasa 3
Wer will, kann die Bilder online im dazugehörigen Dienst Picasa Web Albums veröffentlichen und Zugangsrechte festlegen. Darüber hinaus können Bildergalerien anderer Nutzer heruntergeladen werden, um diese offline auf dem eigenen PC zu betrachten. Mit der Gesichtserkennung, die nur online verfügbar ist, kann auf Basis eines oder mehrerer Referenzfotos eine automatisierte Suche innerhalb des eigenen Bildbestands durchgeführt werden, um Fotos zu finden, auf denen die erkannten Personen ebenfalls abgebildet wurden. Die Gesichtserkennung kann mit dem Adressbuch verknüpft und gefundene Bilder an die jeweiligen Personen verschickt werden. Google führt die Gesichtserkennung nur nach Freischaltung der Funktion durch den Anwender durch.
Picasa 3
Picasa 3


Google hatte 2006 das Unternehmen Neven Vision übernommen und damit die Technik zur Gesichtserkennung in Fotos eingekauft. Die Gesichtserkennung stellt fest, inwiefern die Darstellung verändert ist, z.B. in Bezug auf eine veränderte Beleuchtung, andere Posen oder Gesichtsausdrücke. Mit einer Gabor-Wavelet-Transformation wird anschließend eine Gesichtsschablone (Face-Template) berechnet. Diese Schablone benötigt nur etwa 1 KByte und kann mit anderen Schablonen auf Ähnlichkeit verglichen werden, um weitere Fotos mit der entsprechenden Person zu finden.

Googles Picasa 3.0 ist derzeit nur für Windows 2000, XP und Vista in englischer Sprache als Download erhältlich. Die Datei ist rund 7 MByte groß.  (ad)


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Links zum Artikel:
Google - Picasa Web Albums: http://picasaweb.google.de
Google - Picasa Web Albums (.com): http://picasaweb.google.com
Picasa (.com): http://www.picasa.com

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