Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0808/62088.html    Veröffentlicht: 29.08.2008 10:50    Kurz-URL: https://glm.io/62088

Gebrauchte Spiele sind genauso gut - aber nicht für Branche

Europachef von EA sieht "sehr problematischen Zustand" durch Gebrauchthandel

Der Handel mit Second-Hand-Spielen boomt und bereitet der Branche zunehmend Sorgen. Jetzt hat sich Jens Uwe Intat, Europachef von Electronic Arts, zu dem Thema geäußert. Er sieht die derzeitige Situation sehr kritisch, will sich aber nicht mit dem Handel anlegen. Stattdessen setzt er auf mehr Onlineangebote.

Computerspiele lassen sich prima weiterverkaufen, schließlich gibt es bei Software keine echte Abnutzung. Was die Kunden und Teile des Handels freut, sorgt bei Publishern und Entwicklern zunehmend für Kummer - schließlich verdienen sie auch am erfolgreichsten Second-Hand-Spiel nur einmal. Jens Uwe Intat, Europachef von Electronic Arts, hat sich jetzt im Gespräch mit dem Onlinemagazin Gamesindustry.biz über mögliche Gegenmaßnahmen geäußert: "Wir wollen Geschäftsmodelle aufbauen, die mehr und mehr über das Internet laufen und online zusätzliche Dienste und Inhalte zur Verfügung stellen. Auf die Art erkennen die Leute den Wert darin, nicht nur eine Disk zu kaufen und damit zu Hause zu spielen, sondern diese Spiele tatsächlich online zu spielen und dafür zu bezahlen."

Mit dem Gebrauchthandel will sich Intat nicht anlegen, denn Ladenketten wie die von Gamestop, die sowohl neue wie gebrauchte Spiele anbieten, sind ein wichtiger Absatzkanal.

Das Unternehmen Gamestop, das weltweit rund 5.000 und in Deutschland gut 150 Läden betreibt, macht einen großen Teil seines Umsatzes mit Second-Hand-Ware. Allein im letzten Geschäftsquartal, das bis Anfang August 2008 lief, setzte Gamestop weltweit 471,5 Millionen US-Dollar (319.7 Millionen Euro) mit gebrauchten Spielen um, im gleichen Quartal des Vorjahres waren es noch 357,3 Millionen US-Dollar (242,2 Millionen Euro). Der Geschäftsbereich sorgt bei Gamestop für rund ein Viertel des Umsatzes. Mittlerweile boomt das Geschäft auch im Internet - erst Anfang August 2008 haben die Verlagshäuser Dumont und Madsack den deutschen Online-Marktführer Trade-a-game.de übernommen. Das Geschäft mit dem Spielspaß aus zweiter Hand soll weiter wachsen.  (ps)


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Links zum Artikel:
EA (.com): http://www.ea.com
GameStop USA (.com): http://www.gamestop.com
Trade-a-game.de: http://www.trade-a-game.de

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