Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0808/62082.html    Veröffentlicht: 29.08.2008 09:16    Kurz-URL: https://glm.io/62082

Dell muss die Preise in Europa massiv senken

Computerhersteller kann die Analystenerwartungen nicht erfüllen

Dell, der weltweit zweitgrößte Computerhersteller, ist mit seinen Ergebnissen im zweiten Quartal hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben. Zudem griff die Schwäche des US-Marktes auf Europa und Asien über, so die Firma aus Round Rock in Texas.

Der Computerhersteller Dell erzielte im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 616 Millionen US-Dollar (31 Cent pro Aktie), nach 746 Millionen US-Dollar (33 Cent pro Aktie) im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit knickte der Gewinn um 17 Prozent ein. Der Umsatz für den am 1. August 2008 abgeschlossenen Dreimonatszeitraum, kletterte um 11 Prozent auf 16,4 Milliarden US-Dollar.

Vor einigen Sonderposten hatte Dell einen Gewinn von 33 Cent pro Aktie erreicht. Die Analysten hatten auf der Berechnungsgrundlage aber 36 Cent sehen wollen. Die Unternehmensaktie gab im späten Handel um 10 Prozent nach.

Die Preise seien im zweiten Quartal besonders in Europa "aggressiv" gesenkt worden, um Marktanteile zu gewinnen, sagte Konzernchef Michael Dell in einer Telefonkonferenz nach Bekanntgabe der Zahlen. "Strategische Preisfestsetzungen", hätten die Gewinnmargen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika gedrückt, ergänzte Dell-Finanzchef Brian Gladden. Der Markt für Computer ist auch laut Analystenmeinung gegenwärtig von einem rapiden Preisverfall gekennzeichnet. Zudem habe sich das "vorsichtige Kaufverhalten" in den USA nach Westeuropa und in Teile Asiens ausgebreitet, so Dell weiter.

Die Dell-Umsätze aus Brasilien, Russland, Indien und China kletterten im vergangenen Quartal dagegen um 41 Prozent, sagte der Unternehmensgründer weiter. Der Anteil der Konzernumsätze aus dem Ausland sank dennoch auf 47 Prozent, von knapp über 50 Prozent in der Vorperiode.

Beim Umsatz mit Laptop-Computern konnte Dell sich um 26 Prozent auf 4,87 Milliarden US-Dollar steigern, zugleich gingen die Einnahmen mit Desktop-PCs um 1,8 Prozent auf 4,93 Milliarden US-Dollar zurück.  (asa)


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