Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0808/61952.html    Veröffentlicht: 25.08.2008 12:59    Kurz-URL: https://glm.io/61952

GC 08: Empire: Total War - Land- und Seegefechte gegen KI

Neues Total-War-Strategiespiel erscheint 2009 für Windows-PCs

Auf der Games Convention 2008 zeigte Sega unter anderem sein nächstes Total-War-Strategiespiel Empire. Diesmal geht es ins 18. Jahrhundert, zu den gewohnten Landgefechten gesellen sich aufwendige Seeschlachten - und dennoch soll sich das Spiel auch mit Diplomatie lösen lassen.

Empire: Total War (Windows-PC)
Empire: Total War (Windows-PC)
Nahkämpfe sind den Entwicklern zufolge zwar immer noch wichtig, entscheidender seien jedoch Schießpulver und Formationen. Zudem müssen Strategen die Umgebung besser berücksichtigen, es gibt nicht nur Wettereffekte, sondern der Schutz durch Deckung wird ebenso wie jedes abgefeuerte Gewehr- oder Kanonen-Projektil berechnet. Die Entwickler bezeichneten das als "True Line of Sight". Kanonenkugeln können sogar durch mehrere Häuser schlagen oder an stabilen Wänden oder auf harten Böden abprallen.

Gewiefte Feldherren nutzen das - ebenso wie neu hinzugekommene Minenfelder aus Schwarzpulver-Tonnen - für ihre Angriffstaktik. Schießpulver kann bei Regen und Schnee aber auch nass werden, was Auswirkungen auf die Schussrate hat. Auch auf hoher See arbeiten Spieler nicht nur mit Kanonenbeschuss und Entern der gegnerischen Schiffe, sondern können mithilfe von Wind auch Feuer auf Segel und Takelage wehen lassen und sie damit abfackeln. Wer bei starkem Seegang kämpft, muss aufpassen, dass Schiffe nicht aufeinander krachen.

Empire: Total War (Windows-PC)
Empire: Total War (Windows-PC)
Die künstliche Intelligenz (KI) im Spiel wird im Vergleich zu den vorherigen Total-War-Titeln stark verändert. Laut den Entwicklern arbeitet die Engine nun mit viel natürlicheren Entscheidungen und zieht ihre Truppen auch mal geordnet zurück. Die eigenen Truppen sind ebenfalls intelligenter, sie gehen - abhängig vom Typ - automatisch in Deckung. In einer Präsentation vor Journalisten zeigten die Entwickler, wie die gegnerische KI sich für den Rückzug vom Schlachtfeld in eine nahegelegene Stadt entschied, um ihre Chancen zu verbessern. Hier wurde bereits gezeigt, dass die Moral der Truppen ein wichtiger Faktor ist.

Empire: Total War (Windows-PC)
Empire: Total War (Windows-PC)
Der Spieler könnte die Stadt nun in Grund und Boden schießen oder den Kampf aufnehmen. Ersteres wiegelt die Bevölkerung auf und kostet viel Geld beim Wiederaufbau, Letzteres verschafft der verschanzten KI einen taktischen Vorteil. In der Präsentation verlagerte sich der Kampf in die Stadt, wo die KI die Truppen des Entwicklers auf dem Marktplatz von mehreren Seiten in die Zange nahm. Erst der Aufmarsch weiterer Truppen konnte Schlimmeres verhindern - als die KI-Einheiten es mitbekamen, setzten sie zu panischer Flucht aus der Stadt an. Ihre Demoralisierung wurde mit weißen Flaggen symbolisiert.

Sowohl im Kleinen als auch im Großen wird Empire: Total War Neues bieten. Einzelne Soldaten einer Einheit werden sich optisch voneinander unterscheiden und bewegen sich nicht ganz synchron, so dass die Truppenbewegungen lebendiger wirken. Wenn Soldatenreihe um Soldatenreihe bei der Bewegung auf dem Schlachtfeld über eine Mauer springt, dann wirkt das schon beeindruckend. Außerdem gibt es aufeinander abgestimmte Nahkampfanimationen, so dass Kontrahenten wirklich miteinander zu kämpfen scheinen. Bis zu 10.000 Einheiten sollen kommandiert und vom Spiel gleichzeitig bis zu 10.000 Projektilflugbahnen berechnet werden können.

Empire: Total War (Windows-PC)
Empire: Total War (Windows-PC)
Außerdem berücksichtigt die KI nun nicht mehr nur einzelne Kämpfe, sondern analysiert auch deren Auswirkungen, um besser reagieren zu können. Die KI für die Kampagnen und die Missionen sind dafür nun miteinander verbunden. Zudem können die Kämpfe überall auf der Karte in Empire: Total War stattfinden, nicht mehr nur an vorbestimmten Orten. Wer sich lieber in Diplomatie übt, soll im Spiel auch Bündnispartner für sich kämpfen lassen können und muss dafür selbst keine Schlachten bestehen. Das Diplomatie- und das Handelssystem wurden dazu komplett überarbeitet. Wer auf dem Schlachtfeld alle Einheiten des Kontrahenten niedermacht, anstatt sie fliehen oder abziehen zu lassen, kann hingegen Probleme bei diplomatischen Lösungen bekommen.

Empire soll trotz der Neuerungen leicht zu bedienen sein und eine Mini-Kampagne ("Road to Independence") führt Total-War-Neueinsteiger mit reduzierter Komplexität in das Spiel ein. Die feineren 3D-Grafikdetails, das hübsch animierte Wasser und die KI setzen allerdings einen leistungsfähigen PC voraus. Eine DirectX-10-fähige Grafikkarte ist dennoch keine Voraussetzung. Die Frage danach, ob Empire: Total War auf Notebooks noch vernünftig zum Laufen zu bringen ist, wurde bejaht. Allerdings wurde dann doch ein Gaming-Notebook empfohlen. "Je besser der PC, je besser die Spielerfahrung", so die Entwickler. Das Spiel sei eher darauf ausgerichtet, auf leistungsfähigeren Systemen zu skalieren.

Laut Sega wird Empire: Total War am 6. Februar 2009 für Windows-PCs auf den Markt kommen.

 (ck)


Verwandte Artikel:
Seeschlachten in "Empire: Total War" - Infos und Trailer   
(14.08.2008, https://glm.io/61721 )
Free-to-Play-Strategie: Total War Arena beginnt den Betabetrieb   
(23.02.2018, https://glm.io/132963 )
Three Kingdoms: Total War geht nach China ins 2. Jahrhundert   
(10.01.2018, https://glm.io/132096 )
Two Point Hospital: Sega stellt Quasi-Nachfolger zu Theme Hospital vor   
(16.01.2018, https://glm.io/132199 )
Into the Breach im Test: Strategiespaß im Quadrat   
(02.03.2018, https://glm.io/133111 )

Links zum Artikel:
Sega: http://www.sega.de

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/