Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0808/61884.html    Veröffentlicht: 21.08.2008 12:39    Kurz-URL: https://glm.io/61884

GC 08: Heavy Rain - der 2009-Hit für die Playstation 3?

Fahrenheit-Nachfolger exklusiv auf GC08 vorgestellt

Was Little Big Planet dieses Jahr für Sonys Playstation 3 ist, könnte Heavy Rain vom französischen Entwickler Quantic Dream im nächsten Jahr werden. Die Geschichte des Spiels kommt fast ohne Zwischensequenzen aus und trotzdem sieht es fast so aus, als würde sich der Spieler nur in einer einzigen spannenden Zwischensequenz befinden.

Heavy Rain
Heavy Rain
Quantic Dream ist bereits durch das Spiel Fahrenheit bekanntgeworden. Auf der Games Convention 2008 wurde nun das nächste Projekt präsentiert: Heavy Rain für die Playstation 3. Das Spielprinzip lässt sich am ehesten als Mischung aus Shenmue und Resident Evil beschreiben. Wie bei Resident Evil muss sich der Spieler nicht um Kameraführungen kümmern. Dramatische Kameraeinstellungen liefert das Spiel automatisch in einer echten und äußerst detailliert wirkenden 3D-Umgebung, die zudem ohne Ladezeiten während des Spiels auskommen soll. Trotzdem kann sich der Spieler frei bewegen, ohne sich ständig auf neue Perspektiven einstellen zu müssen. Der Spieler sieht sich also nicht plötzlich nur von vorne und muss bei der Steuerung umdenken.

Tatsächlich benutzt der Spieler die meiste Zeit nur die rechte untere analog abgefragte Schultertaste (R2). Mit der Schultertaste bestimmt der Spieler, wie schnell die Spielfigur voranschreitet. Will man über knarzende Holzböden nur langsam gehen, damit man möglichst nicht gehört wird, wird die Taste nur ganz leicht gedrückt.

Heavy Rain
Heavy Rain
Eines sticht bei Heavy Rain direkt ins Auge: Beim Zuschauen des Spiels fällt kaum auf, dass bereits gespielt wird. Es sieht vielmehr wie eine äußerst lange Zwischensequenz aus, auch wenn der Spieler dabei sehr viele Freiheiten hat. Das liegt zum einen an der automatischen Kamera, die sich kaum hinter dem Spieler platziert, und daran, dass der Spieler auf Pfaden entlangläuft. Abweichungen sind etwa möglich, indem der Kopf des Charakters gedreht wird. Das macht die Steuerung äußerst einfach, da der Spieler sich vor interessanten Objekten nicht genau positionieren muss und schmale Gänge sowieso nicht viele Bewegungsmöglichkeiten hergeben. Situationen in der die Spielfigur an Objekten steckenbleiben wird es in Heavy Rain nicht geben.

Den Spieler erwarten viele Freiheiten in Form verschiedener anderer Handlungsmöglichkeiten. So lassen sich Schränke oder Briefkästen öffnen, um diese zu untersuchen. Der Spieler öffnet diese wie bei der Bewegung entweder langsam oder schnell und kann sich auf halbem Weg auch noch umentscheiden. Kisten können zudem verschoben oder angehoben werden oder es kann einfach nur herausgefunden werden, was der eigene Charakter gerade denkt.

Heavy Rain
Heavy Rain
Dies ist hilfreich, wenn der Spieler nicht so richtig weiß, was zu tun ist. Die Gedanken des Hauptcharakters helfen dabei bei der Abschätzung der Lage. Ob man nun über ein halboffenes Fenster in ein Haus einsteigt, bleibt trotzdem dem Spieler überlassen. Die Gedanken zeigen nur die Vor- und Nachteile auf.

Ein Teil der Aktionen wird durch den Bewegungssensor im Joypad umgesetzt. Will man Gegenstände anstoßen, wird dies durch eine Stoßbewegung realisiert. Die Gedanken des Charakters werden durch Drücken einer Taste und anschließendes Kippen des Joypads gesprochen - Sixaxis einmal klug umgesetzt.

Besonders spannend war eine Szene, in der der Hauptcharakter im oberen Stockwerk eines Einfamilienhauses die Zimmer untersuchte und plötzlich der Eigentümer des Hauses wieder auftauchte. In der Situation wird die Ansicht geteilt: Das linke Drittel des Bildschirms zeigte den Hausbesitzer, wie er das Haus betrat, den Kühlschrank aufsuchte oder gar auf Toilette ging - quasi wie in der US-Serie 24. Währenddessen war dem Hauptcharakter die Panik anzusehen, begleitet von einer musikalischen Untermalung, die die Spannung noch steigerte. Es lag nun an dem Spieler, heil aus der Situation herauszukommen, sich langsam fortzubewegen und bei Bedarf zu verstecken, um einer Entdeckung zu entgehen.

Die Entwickler spielten die Szene in der Demonstration insgesamt zweimal: einmal, wie man erfolgreich entkommt, ohne entdeckt zu werden, und einmal etwas unvorsichtiger. Beim unvorsichtigen Spielen wird es in einer Kampfszene hektisch. Es müssen zum richtigen Zeitpunkt Knöpfe gedrückt und Entscheidungen getroffen werden, in welche Richtung man flüchten möchte - Shenmue lässt grüßen. Die Entwickler von Quantic Dream gaben an, dass die kurze Demoszene etwa zehnmal gespielt werden müsste, damit alles gesehen wird. Das acht bis zehn Stunden lange Abenteuer wird also zum mehrmaligen Durchspielen einladen. In den Kapiteln der Geschichte wird es dabei verschiedene Protagonisten geben. Der mögliche Tod eines Charakters bedeutet keinen Game-Over-Screen. Die Story wird sich auch weiter entfalten und den Tod dieses Charakters dynamisch einbauen.

Der Ersteindruck war äußerst vielversprechend. Die Geschichte wurde spannend erzählt oder besser gespielt, denn während des Spiels erfährt der Spieler alles Relevante zur Geschichte. Nur selten gab es in der Pressedemonstration des Spiels Momente, in denen auf die Erzählung gewartet wird. Dazu kommen die äußerst realistisch wirkenden Blicke und Bewegungen der Charaktere, auch wenn es an einigen Stellen aufgrund der frühen Version noch hakte. Die Steuerung war noch nicht ganz fertig, was gelegentlich den Spielfluss störte. Die gezeigte spielbare Demo hat zudem nichts mit der eigentlichen Geschichte des Spiels zu tun. Dazu wollte Quantic Dream noch nichts verraten.

Heavy Rain ist ein Spiel, das durch die Spannung und komplexe Story vor allem Erwachsene ansprechen soll. Fantasy oder Übernatürliches soll es nicht geben. 2009 wird Heavy Rain für die Playstation 3 erscheinen.  (ase)


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Links zum Artikel:
Quantic Dream (.com): http://www.quanticdream.com/

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