Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0808/61789.html    Veröffentlicht: 18.08.2008 14:38    Kurz-URL: https://glm.io/61789

Spieletest: Dracula 3 Der Pfad des Drachen - Point & Pflock

Neues Point-&-Click-Adventure um den berühmten Blutsauger

Der Vampirfürst aus Transsilvanien steht derzeit auf PCs wieder hoch im Kurs: Erst kürzlich schickte ihn Frogster in "Dracula Origins" wieder auf blutige Jagd, jetzt legen die französischen Entwickler vom Kheops Studio mit "Dracula 3 - Der Pfad des Drachen" nach. Die Zahl im Titel gibt es dabei schon an: Das Ganze ist im Grunde die Fortsetzung zu den betagten "Dracula Resurrection" (1999) und "Dracula 2: Die letzte Zufluchtsstätte" (2001) - und kann zumindest technisch auch eine gewisse Rückständigkeit nicht verbergen.

Dracula 3 (PC)
Dracula 3 (PC)
Diesmal übernimmt der Spieler den Priester Arno Moriani, der vom Vatikan in das kleine Dorf Vladoviste geschickt wird. Sein Auftrag lautet, dort eine Frau ausfindig zu machen, die angeblich Wunder vollbringt und deshalb heiliggesprochen werden soll. Kaum ist Moriani an seinem Ziel angekommen, passieren allerdings äußerst merkwürdige Dinge. Die Dorfbewohner geben sich wortkarg und nicht gerade sehr kooperativ, zudem scheint ein düsteres Geheimnis über dem Ort zu liegen - und das hat ganz offensichtlich etwas mit dem Vampirfürsten zu tun.

Dracula 3
Dracula 3
Moriani wird - Myst lässt grüßen - komplett aus der Ego-Perspektive in vorgegebenen, statischen Pfaden gesteuert. Das wirkt teils reichlich antiquiert, zumal so eines der typischen Probleme dieser Art von Adventures auch hier zum Tragen kommt: Alles erscheint ungemein steril und leblos. Zwar sorgen ein paar grafische Effekte wie etwa Nebelschwaden und flüssige Animationen der Charaktere für etwas Bewegung, im Großen und Ganzen wirkt Vladoviste aber dann doch zu ruhig.

Auch sonst gibt sich Dracula 3 sehr gemächlich. Die Multiple-Choice-Gespräche sind teils ausufernd, und wer die Rätsel lösen will, muss oft in Morianis Bibel nachschlagen, um dort an bestimmten, vom Spiel ausgewählten Stellen wertvolle Hinweise zu finden. Eine zwar kreative, aber manchmal doch etwas langatmige Idee.

Die technischen Mankos macht das Adventure aber glücklicherweise an vielen Stellen durch die spannende Geschichte und die interessanten Charaktere wett. Moriani wird von Selbstzweifeln geplagt, die Dorfbewohner bleiben ebenfalls alles andere als farblos, und diverse unheimliche Gestalten sorgen für den einen oder anderen Adrenalinkick - unerwartete Grusel- und Schockeinlagen inklusive. Auch die Rätsel sind um Abwechslung bemüht. Neben den typischen Kombinationseinlagen mit Gegenständen aus dem Inventar findet sich etwa auch mal eine Uhrreparatur oder die Bestimmung einer Blutgruppe.

Dracula 3
Dracula 3
Ein Vorteil der etwas betagten Technik sind die niedrigen Hardwareanforderungen von Dracula 3: Das Spiel gibt sich mit 256 MByte RAM, einem 1 GHz Intel Pentium IV und einer Grafikkarte mit 128 MByte zufrieden. Freigegeben ist das Spiel von der USK ab zwölf Jahren, der Preis liegt bei etwa 35 Euro.

Fazit:
Etwas altbacken und äußerst bedächtig - Dracula 3 gibt sich über weite Strecken äußerst steril und textlastig. Wer sich daran nicht stört, findet hier ein durchaus passables Adventure mit schaurig-schöner Atmosphäre, das sicherlich weit entfernt von aktuellen Genrehighlights angesiedelt ist, nichtsdestotrotz aber durchaus für ein paar Abende fesseln kann.  (tw)


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(31.01.2000, https://glm.io/6030 )

Links zum Artikel:
Kheops Studio (.fr): http://www.kheopsstudio.fr

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