Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0808/61726.html    Veröffentlicht: 14.08.2008 12:36    Kurz-URL: https://glm.io/61726

Brille für Sehbehinderte warnt vor Hindernissen

Assistenzsystem erkennt bewegte und stationäre Hindernisse

Forscher des niederländischen Unternehmens Philips haben ein Assistenzsystem entwickelt, das Sehbehinderten die Orientierung erleichtern soll. Ein System aus einer Kamera, mehreren Sensoren und einem Computer teilt dem Nutzer mit, wenn bewegliche oder stationäre Hindernisse vor ihm auftauchen.

Das Assistenzsystem ist in erster Linie für Patienten gedacht, deren Sehfähigkeit nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma eingeschränkt ist. Aufgabe des Systems sei es, sehbehinderte Menschen auf Hindernisse außerhalb ihres eingeschränkten Sichtfeldes aufmerksam zu machen, so die Entwickler.

Kern des Systems sind eine Kamera, mehrere Sensoren, ein kleiner Computer und ein Armband. Einer der Bewegungssensoren, ein Beschleunigungsmesser und die Kamera werden an einer Brille angebracht. Ein zweiter Bewegungssensor wird zusammen mit dem Computer am Körper, beispielsweise am Gürtel, getragen.

Die Bewegungssensoren erfassen die Bewegungsrichtung und die Geschwindigkeit des Trägers. Die Kamera nimmt unterdessen dessen Umfeld auf. Die gesammelten Daten übertragen Kamera und Sensoren drahtlos über ein sogenanntes "Wireless Personal Area Network" (WPAN) an den Computer. Als Übertragungsstandard könnte ZigBee dienen, meinen die Wissenschaftler.

Aus den Daten der Kamera und der Sensoren errechnet der Computer, ob sich ein Hindernis in der Blick- und Bewegungsrichtung des Trägers befindet. Dabei kann das System feststellen, ob das Hindernis statisch ist oder ob es sich bewegt, auch wenn der Träger sich seinerseits bewegt. Das sei, so die Philips-Entwickler, "ein Pluspunkt des Assistenzsystems". Ein weiterer Pluspunkt sei, dass das System zudem erkennen könne, ob der Träger mit diesem Hindernis zusammenstoßen kann. In diesem Fall schickt das System eine Alarmmeldung an das Armband, das ein akustisches Signal aussendet oder zu vibrieren beginnt.

Auf das System hat das niederländische Unternehmen Philips ein Patent angemeldet.  (wp)


Verwandte Artikel:
Interview: Assistenzsystem für Blinde wandert ins Internet   
(11.07.2008, https://glm.io/61005 )
Begleitbeleuchtung: Hue-App soll Lampen mit dem Computer synchronisieren   
(11.01.2018, https://glm.io/132103 )
Mitsubishi: Rückkamera identifiziert Verkehrsteilnehmer   
(18.01.2018, https://glm.io/132239 )
IBM-Projekt soll Sehbehinderten die Webnutzung erleichtern   
(09.07.2008, https://glm.io/60952 )
Contactless Payment: Gemalto testet biometrische kontaktlose Kreditkarte   
(08.01.2018, https://glm.io/132025 )

Links zum Artikel:
Philips: http://www.philips.de

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/