Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0808/61692.html    Veröffentlicht: 13.08.2008 11:35    Kurz-URL: https://glm.io/61692

Microsoft: 11 Patches beseitigen 25 Sicherheitslecks

Angreifer können Schadcode einschleusen und ausführen

Aus den 12 geplanten Sicherheitspatches für Windows und Microsofts Office-Paket wurden nur noch 11. In einem Update für den Windows Media Player wurde in letzter Sekunde noch ein Fehler gefunden, so dass dieses nicht erschienen ist. Allein in Microsofts Office-Produkten wurden 14 Sicherheitslücken geschlossen, 5 Fehler gibt es im Internet Explorer und weitere 6 Sicherheitslecks stecken im Betriebssystem von Microsoft.

Ein als gefährlich eingestuftes Sicherheitsleck befindet sich im ActiveX-Control des Snapshot Viewer für die Datenbanksoftware Access und ist seit über einem Monat bekannt. Über eine präparierte Webseite lässt sich beliebiger Programmcode ausführen und ein Unbefugter erhält vollständigen Zugriff auf das System. Mit einem Patch soll der Fehler in Office 2000, XP und 2003 beseitigt werden. Ein einzelner Patch für den Snapshot Viewer für Microsoft Access soll später nachgereicht werden, ein Datum dafür ist nicht bekannt.

Außerdem korrigiert Microsoft das seit ebenfalls über einem Monat bekannte Sicherheitsleck in Word, über das Angreifer gleichfalls beliebigen Code auf fremde Systeme schleusen können. Nun hat Microsoft endlich mit einem Patch reagiert, der den Fehler in Office XP sowie 2003 beseitigen soll.

Gleich vier Sicherheitslücken muss Microsoft in Excel beseitigen, wovon drei als gefährlich gelten, weil darüber Schadcode ausgeführt werden kann. Über ein weiteres Sicherheitsleck können Unbefugte Zugriff auf verschlüsselte Dateien erhalten, weil temporär abgelegte Kennwörter nicht korrekt gelöscht werden. In allen Fällen muss ein Opfer lediglich zum Öffnen einer manipulierten Excel-Datei gebracht werden. Die Ursache liegt in fehlerhaften Prüfungen der Indexwerte, des Arrayindex und der Datensätze einer Excel-Datei.

Alle Works-Pakete sind von den Fehlern nicht betroffen. Für alle Ausführungen von Excel für Windows und MacOS X und den Excel-Viewer sowie das Office Compatibility Pack steht ein Patch bereit. Auch für den SharePoint Server 2007 gibt es einen Patch, weil eines der Sicherheitslecks auch darin zu finden ist und die Ausweitung von Benutzerrechten zulässt.

In der Präsentationssoftware PowerPoint stecken gleich mehrere Sicherheitslecks. Alle drei Fehler können zur Ausführung beliebigen Programmcodes missbraucht werden, indem einem Opfer eine entsprechend modifizierte PowerPoint-Datei untergeschoben wird. Ein Patch für Office 2000, XP, 2003 sowie 2007 steht als Download bereit.

Auch in den Importfiltern der Office-Suite muss Microsoft gleich fünf Sicherheitslecks beseitigen. Mit vier verschiedenen Bilddateien können Angreifer schadhaften Programmcode ausführen, wenn diese entsprechend präpariert werden. Das gilt für die EPS-, PICT-, BMP- sowie WPG-Formate. Patches gibt es für Office 2000, XP sowie 2003 und für Works 8, für das Office Converter Pack sowie für Office Project 2002.

Einen Sammelpatch hat Microsoft außerdem für den Internet Explorer 5, 6 und 7 veröffentlicht. Insgesamt fünf unterschiedliche Sicherheitslecks werden damit beseitigt, die allesamt zur Codeausführung verwendet werden können und daher als gefährlich klassifiziert sind. Dafür genügt bereits der Besuch einer entsprechend angepassten Webseite mit dem Internet Explorer.

In der E-Mail-Software Outlook Express sowie Windows Mail befindet sich ein Sicherheitsleck, worüber sich vertrauliche Daten einsehen lassen. Für einen Angriff muss eine speziell gestaltete Webseite eingerichtet sein und das Opfer zum Besuch dieser verleitet werden. Ein Patch steht für Windows 2000, XP sowie Vista und Windows Server 2003 sowie 2008 zur Verfügung.

Für den Windows Messenger 4.7 sowie 5.1 steht ein Patch bereit, der ein öffentlich bereits bekanntes Sicherheitsleck beseitigt, das eigentlich in dem ActiveX-Control Messenger.UIAutomation.1 steckt. Für einen Angriff muss das Opfer auf eine entsprechende Webseite gelotst werden. Dann kann der Status im Windows Messenger geändert, Kontaktdaten eingesehen oder Audio- und Video-Chats angestoßen werden. Aber auch die Zugangsdaten des Windows Messengers sind damit für Unbefugte erreichbar.

In der Windows-Farbverwaltung steckt ein als gefährlich eingestuftes Sicherheitsleck, über das sich Schadcode ausführen lässt. Ein Opfer muss lediglich zum Öffnen einer präparierten Bilddatei gebracht werden. Ein Patch für Windows 2000 sowie XP und Windows Server 2003 soll den Fehler beseitigen. Windows Vista sowie Windows Server 2008 sind davon nicht betroffen.

Ein Fehler bei der Verarbeitung von IPSec-Richtlinien betrifft hingegen nur Windows Vista und Windows Server 2008. Darüber können Unbefugte an vertrauliche Daten gelangen, indem sie den betreffenden Netzwerkverkehr überwachen. Sie können die Inhalte lesen, obwohl diese eigentlich verschlüsselt sein sollten. Mit einem Patch soll der Fehler der Vergangenheit angehören.

In allen Windows-Ausführungen weist das Ereignissystem zwei Sicherheitslücken auf, die beide zur Ausführung von Schadcode missbraucht werden können und mit einem Patch korrigiert werden. Ein Angreifer muss dazu über gültige Anmeldeinformationen für die Domäne verfügen. Dann kann er die Sicherheitslecks ausnutzen, indem er manipulierte Anforderungen an das Ereignissystem von Windows sendet.

Alle genannten Sicherheitspatches verteilt Microsoft auch über die Updatefunktion der betreffenden Produkte. Das versprochene, aber nicht erschienene Update für den Windows Media Player wird nun wohl erst im September 2008 veröffentlicht. Bis dahin bleibt das betreffende Sicherheitsleck offen.  (ip)


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Microsoft - Security Bulletin MS08-041: http://www.microsoft.com/germany/technet/sicherheit/bulletins/ms08-041.mspx
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