Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0808/61542.html    Veröffentlicht: 05.08.2008 16:32    Kurz-URL: https://glm.io/61542

Bertelsmann steigt bei Sony-BMG aus

Sony übernimmt Joint Venture komplett

Für insgesamt rund 1,2 Milliarden US-Dollar übernimmt Sony Bertelsmanns Anteil von 50 Prozent an der Plattenfirma Sony-BMG. Damit geht das 2004 gegründete Joint Venture komplett an Sony.

Mit Abschluss der Transaktion wird die Plattenfirma eine 100-prozentige Tochter der Sony Corporation of America und damit einhergehend in Sony Music Entertainment umbenannt. Erst 2004 hatten Bertelsmann und Sony ihre Plattenfirmen zusammengelegt, nun steigt Bertelsmann aus dem Joint Venture aus.

Sony zahlt insgesamt rund 1,2 Milliarden US-Dollar an Bertelsmann. Für Bertelsmann hat der Verkauf aufgrund steuerlicher Vorteile einen Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar hat wie aus Unternehmenskreisen zu hören ist.

"Nach sorgfältiger und gründlicher Abwägung haben wir die strategische Entscheidung getroffen, unsere Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen an Sony zu verkaufen. Wir sind überzeugt, dass dieser Schritt zum Wohle beider Transaktionspartner ist", erläutert Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski den Schritt. Die Entscheidung folge Bertelsmanns neuer Wachstumsstrategie, nach der sich das Unternehmen auf definierte Wachstumsfelder konzentrieren will.

Zu Sony Music Entertainment werden nach Abschluss der Übernahme unter anderem die Arista Records, Columbia Records, Epic Records, J Records, Jive Records, RCA Records und Zomba gehören, die Künstler wie Celine Dion, Alicia Keys, Bruce Springsteen und Justin Timberlake unter Vertrag haben.

Im Zuge der Transaktion wurde zudem vereinbart, das Fertigungs- und Distributionsvolumen von Sony BMG auch weiterhin anteilig von der Sony-Fertigungstochter Sony DADC und dem Bertelsmann-Mediendienstleister Arvato Digital Services bedienen zu lassen. Die entsprechenden Verträge mit Arvato wurden um bis zu sechs Jahre verlängert.

Zusätzlich dazu wird Bertelsmann ausgesuchte europäische Musikkataloge von Sony BMG übernehmen. Sie umfassen die Werke von rund 200 Künstlern. Der Vertrieb der Kataloge läuft weiterhin über Sony Music. Mit den Rechten will Bertelsmann eine Lizenzierungs- und Verwaltungsplattform für die Wahrnehmung und Vermarktung von Musikrechten unter der Marke BMG aufbauen. Designierter Geschäftsführer von BMG mit Sitz in Berlin ist Hartwig Masuch.  (ji)


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Links zum Artikel:
Sony BMG (.com): http://www.sonybmg.com

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