Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0807/61434.html    Veröffentlicht: 31.07.2008 11:40    Kurz-URL: https://glm.io/61434

Microsoft verfehlt Ziele für Windows Mobile

2 Millionen Smartphone-Betriebssysteme weniger verkauft als geplant

Der Softwarekonzern Microsoft hat seine Ziele für das Betriebssystem Windows Mobile verfehlt. Über 2 Millionen Lizenzen weniger als geplant wurden im kürzlich abgeschlossenen Geschäftsjahr verkauft. Schuld seien aber die Smartphone-Hersteller, nicht das iPhone oder der Blackberry, betont Microsoft.

Statt der bislang angestrebten 20 Millionen Lizenzen für das Smartphone-Betriebssystem Windows Mobile hat Microsoft nur 18 Millionen absetzen können. Das räumte Andy Lees, Senior Vice President der Mobile-Communications-Abteilung Microsofts, im Gespräch mit der Tageszeitung Seattle Post-Intelligencer ein. Schuld seien einige Smartphone-OEMs (Originalgerätehersteller), die ihre Produkte später als angekündigt auf den Markt gebracht hätten. Namen wollte Lees jedoch nicht nennen. "Das wäre unfair gegenüber den OEMs", erklärte er. "Die Gespräche mit ihnen sind vertraulich."

Die Zielmarke von 20 Millionen Windows-Mobile-Lizenzen habe Robbie Bach ausgegeben, der President der Entertainment-&-Devices-Abteilung bei Microsoft, so die Zeitung weiter. Lees erklärte, die niedrigeren Verkaufsergebnisse hätten keinen Einfluss auf die Umsätze im Microsoft-Geschäftsjahr 2007/2008 gehabt, das am 30. Juni 2008 endete.

Trotz Konkurrenzdruck durch Apples iPhone und den Blackberry von Research in Motion (RIM) sei es gelungen, Marktanteile zu erobern, so Lees, der sich dabei auf Angaben der IDC-Marktforscher berief. Danach sei Microsofts Weltmarktanteil bei Smartphone-Betriebssystemen von 11 Prozent auf fast 13 Prozent gestiegen. IDCs Zahlen belegen laut Lees auch, dass Microsoft in den letzten zwölf Monaten RIM ausgestochen und mehr als zweimal so viele Mobiltelefone mit eigenem Betriebssystem verkauft habe wie Apple. Anders als RIM und Apple fertigt Microsoft keine eigenen Smartphones, sondern verkauft lediglich die Software an die Hersteller. Apple setzt beim iPhone 3G auf ein angepasstes MacOS X, RIM auf sein eigenes, in Java geschriebenes, Blackberry-Betriebssystem.

Microsoft hatte Windows Mobile 6.1 im April 2008 vorgestellt. Geräte, die die Software einsetzen, sind das Touch Diamond und das Touch Pro von HTC und Samsungs Omnia. Noch in diesem Jahr soll Sony Ericssons Xperia X1 folgen. Windows Mobile sei damit "für die Zukunft gut gerüstet", erklärte Lees.  (asa)


Verwandte Artikel:
Windows Mobile 6.1 vorerst ohne verbesserten Browser   
(02.04.2008, https://glm.io/58733 )
Windows Mobile 6.1 mit verbessertem Browser   
(04.02.2008, https://glm.io/57444 )
Neuer Versuch: Windows Mobile lernt Office-2007-Format   
(29.11.2007, https://glm.io/56266 )
Einfach nur schütteln: Gestensteuerung für Windows Mobile 6   
(25.10.2007, https://glm.io/55624 )
Microsoft: Windows-Mobile-Smartphones gefragter als iPhone   
(12.07.2008, https://glm.io/61014 )

Links zum Artikel:
Microsoft - Windows Mobile (.com): http://www.microsoft.com/windowsmobile/default.mspx
Microsoft (.com): http://www.microsoft.com

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/