Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0807/61429.html    Veröffentlicht: 31.07.2008 10:46    Kurz-URL: https://glm.io/61429

Wird Super Mario bald holographisch gespeichert?

US-Patent von Nintendo zum Auslesen räumlicher Binärspeicher aufgetaucht

Nintendo erforscht holographische Datenspeicherung: Blu-ray, DVDs oder gar Steckmodule sind womöglich die Datenspeicher der Vergangenheit - wenn sich neue Technologien durchsetzen. Der japanische Konsolenhersteller verfügt inzwischen über erste Patente.

Mit "Miniature flexure based scanners for angle multiplexing" ist die Patentschrift überschrieben. Darin geht es um eine Technik, mit der sich der Inhalt holographischer Speichermedien auslesen lässt. Angemeldet wurde die Erfindung von Nintendo und Inphase Technologies, einem Ableger der Bell Labs. Inphase ist eines der Unternehmen, die holographische Speichersysteme entwickeln.

Das derzeit nur für den Unternehmenseinsatz gedachte Tapestry-Laufwerk von Inphase soll auf DVD-ähnlichen Scheiben zwischen 300 GByte und 1,6 Terabyte Daten unterbringen können und Transferraten von 20 bis 120 MByte/s bieten. Auch wenn Nintendos Patentschrift nur die Optik zum Zugriff beschreibt, ist aus einer Erklärung herauszulesen, dass es dabei auch um rotierende Holo-Datenscheiben geht und noch nicht um Module ohne Mechanik.

Holographische Speicher schreiben Informationen in Kristalle oder Fotopolymere und erreichen wegen der dreidimensionalen Hinterlegung eine wesentlich höhere Datendichte als etwa DVDs, die nur die Oberfläche der Medien verwenden. Für Nintendo sind derartige Speichertechniken interessant, weil sie extrem große Datenmengen auf kleinstem Raum versammeln - mehr als die DVDs und Blu-ray-Medien aktueller Spielekonsolen oder die UMDs der Playstation Portable. Hinzu kommt, dass sie zumindest anfangs eine Hürde für Schwarzkopierer darstellen können.  (ps)


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Links zum Artikel:
Inphase Technologies (.com): http://www.inphase-tech.com/
Nintendo Japan (.jp): http://www.nintendo.co.jp/

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