Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0807/61266.html    Veröffentlicht: 23.07.2008 16:03    Kurz-URL: https://glm.io/61266

Entwickler verärgert über Motion-Plus-Politik von Nintendo

Verbesserung für Wiimote-Steuerung wurde Entwicklern nicht kommuniziert

Nintendo hat auf der Spielemesse E3 ein Zusatzgerät angekündigt, mit dem die Bewegungserkennung des Wiimote-Gamepads besser funktioniert. Schön für Nintendo - schlecht für unabhängige Spieleentwickler, die über das Motion Plus offenbar viel zu spät informiert wurden.

Und noch ein Schlag mit dem Lichtschwert von oben, dann ist der Kampf in Star Wars: The Clone Wars entschieden. Das Spiel von LucasArts erscheint für die Wii-Konsole von Nintendo und wäre ein idealer Kandidat, um den Wiimote-Zusatz Motion Plus zu unterstützen. Doch auf Anfrage von Golem.de während der Spielemesse E3 Mitte Juli 2008 wussten die LucasArts-Mitarbeiter nur vage, was Motion Plus überhaupt ist. Laut einem Bericht auf dem US-Spieleportal Gameinformer.com geht es derzeit vielen Entwicklerstudios ganz ähnlich. Sie fühlen sich "verstimmt und betrogen".

Angeblich wurde keines der befragten Teams über den Hardware-Zusatz im Vorfeld der öffentlichen Ankündigung von Nintendo informiert. Es habe auch keinerlei Angaben gegeben, wie Motion Plus bei der Spielentwicklung zu berücksichtigen sei. Für Titel, die sich bereits im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden, sei es jetzt für die Unterstützung für das Motion Plus zu spät.

Nintendo steht momentan regelmäßig in der Kritik, weil sich die Spiele von Drittentwicklern auf der Wii längst nicht so gut verkaufen wie die unternehmenseigenen Produkte.

Das Motion Plus erscheint im Frühjahr 2009 und ist ein Aufsteckzusatz für die Wiimote. Damit wird es unter anderem möglich sein, Drehungen um die Längsachse zu erfassen. Golem.de konnte das Gerät auf der E3 selbst in einer Vorabversion von Wii Sports Resort antesten. Die Bewegungen der Wiimote wurden mit Motion Plus insgesamt deutlich feiner erfasst als es ohne möglich wäre. Besonders bemerkbar machte sich das unter anderem in der Disziplin "sportlicher Schwertkampf", der im grundsätzlichen Ablauf stark an The Clone Wars erinnerte. Auch beim virtuellen Frisbee-Spielen war eine sehr feine Steuerung möglich.  (ps)


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