Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0807/61185.html    Veröffentlicht: 20.07.2008 12:02    Kurz-URL: https://glm.io/61185

StudiVZ weist Fälschungsvorwurf zurück (Update)

"Facebook erhebt Anspruch auf ein weltweites Monopol bei sozialen Netzwerken"

Der Mitbegründer der deutschen Studenten-Community StudiVZ, Ehssan Dariani, hat sich gegen Vorwürfe verwahrt, Aussehen, Funktionen und Dienste des US-Vorreiters Facebook kopiert zu haben. Natürlich sei StudiVZ an Facebook angelehnt, doch "die Software hinter der Seite kann man ja gar nicht kopieren, die muss man selbst schreiben", sagte Dariani der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Facebook wurde im Februar 2004 von dem Harvard-Studenten Mark Zuckerberg gegründet. StudiVZ ging im Oktober 2005 an den Start. Die Klage von Facebook erfolgt, nachdem das US-Unternehmen im März 2008 mit einer eigenen deutschsprachigen Seite gestartet ist. Zu der Zeit erklärte Matt Cohler, bei Facebook für das Produktmanagement zuständig, "über eine Million aktive Nutzer in deutschsprachigen Ländern" zu haben.

Die beiden Plattformen könnten nicht miteinander verwechselt werden, verteidigt sich Dariani. "Die Farben unterscheiden sich: StudiVZ ist rot, Facebook ist blau." StudiVZ gehört (wie auch Golem.de), mittlerweile zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Facebook wolle das deutsche Medienunternehmen mit der Klage dazu bringen, StudiVZ an Facebook zu verkaufen, will die FAS weiter erfahren haben. "StudiVZ läuft so gut, das verkaufen wir nicht", entgegnete Holtzbrinck-Manager Konstantin Urban dem Blatt.



Nachtrag vom 20. Juli 2008, 16:00 Uhr:
Mittlerweile hat sich auch StudiVZ offiziell zu den Berichten geäußert und weist die kolportierten Vorwürfe als haltlos zurück. Die von Facebook eingereichte Klage ist StudiVZ noch nicht zugestellt worden. Allerdings hat StudiVZ auf die von Facebook im Vorfeld der Klage erhobenen Vorwürfe reagiert und seinerseits am Freitag, den 18. Juli 2008, eine Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart eingereicht. Damit verfolgt StudiVZ das Ziel, von den zuständigen deutschen Gerichten feststellen zu lassen, dass die von Facebook erhobenen Vorwürfe nicht zutreffend sind.

"Nachdem es Facebook trotz aufwändiger Bemühungen bisher nicht gelungen ist, in Deutschland Fuß zu fassen, versucht man jetzt offenkundig, den Erfolg von StudiVZ gerichtlich zu behindern", äußert sich StudiVZ-Chef Marcus Riecke zu den Vorwürfen. Es gebe weltweit zahlreiche soziale Netzwerke: "Facebook war nicht das erste und ist beileibe nicht das einzige. Mit dem Versuch, StudiVZ durch die Durchführung eines Prozesses ohne Erfolgsaussichten vor einem amerikanischen Gericht zu schädigen, erhebt Facebook im Prinzip den Anspruch auf ein weltweites Monopol bei sozialen Netzwerken. Dies ist vermessen und wird sich schnell entlarven. Wir sehen der Sache gelassen entgegen."  (asa)


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Links zum Artikel:
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StudiVZ: http://www.studivz.de

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