Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0807/61139.html    Veröffentlicht: 17.07.2008 12:30    Kurz-URL: https://glm.io/61139

Intel bereitet Vorstellung des Grafikprozessors Larrabee vor

Erste handfeste Informationen auf Siggraph, IDF und Games Convention

Intels erste Grafikkarte seit 10 Jahren bleibt von den üblichen Ritualen nicht verschont: Zahlreiche unbestätigte Informationen finden sich auf den einschlägigen Webseiten. In vier Wochen will Intel endlich Fakten nennen und dann nimmt bei gleich drei Veranstaltungen die PR-Maschine des Chipherstellers volle Fahrt auf.

Seit Ende des Jahres 2006 gibt es Gerüchte um Intels Wiedereinstieg in den Grafikmarkt, seitdem tauchen immer wieder Informationen aus Entwicklerunterlagen auf, die sich teilweise widersprechen. Auf seiner Entwicklerkonferenz IDF hatte Intel vor 10 Monaten bisher nur bestätigt, dass der Chip "Larrabee" aus mehreren x86-Kernen bestehen soll, aber nicht einmal deren Anzahl ist klar - die Spekulationen reichen von 16 über 24 bis 32 Kerne.

Nachdem Intel auf der Computex 2008 in Taiwan erneut Gespräche mit den Herstellern von Grafikkarten geführt haben soll, kommen nun Stück für Stück unbestätigte Angaben zutage, die dem üblichen Zyklus bei neuen Grafikkarten entsprechen. Intel will, wie auch AMD und Nvidia, den Vertrieb der Karten nicht selbst übernehmen, was das Unternehmen bereits angedeutet hatte.

Eine in ihrer Konstruktion recht normale Grafikkarte soll Larrabee demnach werden. Wie Fudzilla ohne Angaben von Quellen meldet, bedeckt der Kühler die Karte vollständig, wie das auch bei aktuellen High-End-Modellen von AMD und Nvidia der Fall ist. Zudem soll GDDR5-Speicher zum Einsatz kommen, wie er bisher nur bei AMDs 4870-Serie verwendet wird. Die Platine soll aus 12 Layern bestehen, auch bei den teuersten verfügbaren heutigen Karten sind es nur 8. Die Herstellung wäre damit sehr teuer für die Karten-Anbieter.

Auch wenn Intels Chef-Techniker Justin Rattner im Interview mit Golem.de bekräftigte, dass Intel mit Larrabee den Grafik-Markt umkrempeln will, gibt sich der Chiphersteller alle Mühe, den Informationsfluss zu kontrollieren. Schon vor knapp einem Jahr hatte Intel-Vize Pat Gelsinger erklärt, man wolle für den Marktstart Treiber für OpenGL und DirectX bereitstellen. Das spricht für einen Einsatz mit professionellen Anwendungen und Spielen.

Seit einem Jahr zeigt Intel zur Larrabee nur diese eine Folie
Seit einem Jahr zeigt Intel zur Larrabee nur diese eine Folie
Das unterstreichen auch die Ankündigungen von Vorträgen zu Larrabee auf der Anfang August in Los Angeles stattfindenden Fachmesse Siggraph. Die Architektur soll, so Intel gegenüber Golem.de, eine Woche später auf dem IDF in San Francisco ausführlich vorgestellt werden. Auf der Games Convention in Leipzig soll die Grafikkarte dann einem breiten Publikum präsentiert werden.

Spannend bleibt dabei, ob Intel - wie schon mehrfach bei seinen Prozessoren - auch die tatsächlichen Produkte zeigt und Benchmarks veröffentlicht. Gerade auf der Games Convention erscheint das als Pflichtprogramm für die angereisten Spiele-Fans. Bisher hatte Intel erste Prototypen nur für das Ende des Jahres 2008 versprochen, auf den Markt kommen sollen die Grafikkarten nach den bisherigem Aussagen von Intel-Chef Paul Otellini erst Ende 2009. Da in den vergangenen Wochen aber bereits AMD und Nvidia ihre mindestens für 12 Monate Haltbarkeit gedachten GPU-Architekturen vorgestellt haben, könnte sich auch Intel endlich aus der Deckung wagen.  (nie)


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Intel (.com): http://www.intel.com

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