Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0807/61123.html    Veröffentlicht: 17.07.2008 08:36    Kurz-URL: https://glm.io/61123

E3: Bioware macht es dreckig - in Dragon Age

PC-Rollenspiel von Bioware entführt in düstere Fantasy-Welt

Auf der Spielemesse E3 zeigt Bioware endlich Dragon Age: Origins, den inoffiziellen Nachfolger für den PC-Klassiker Baldur's Gate, der allerdings deutlich düsterer und erwachsener daherkommt. Golem.de hat sich das Programm in Los Angeles von Executive Producer Dan Tudge ausführlich zeigen lassen.

Dragon Age Origins
Dragon Age Origins
"Dragon Age is the spiritual successor to Baldur's Gate" - diesen Satz sagte Dan Tudge, Executive Producer bei Bioware, während der Präsentation in leichten Variationen sechs Mal. Das Rollenspiel mit dem Untertitel "Origins" ist im Fantasy-Königreich Ferelden angesiedelt. Tudge steuerte bei der Vorführung während der E3 einen Elitesoldaten der Grey Wardens. Ähnlich wie in Baldur's Gate kann die Hauptfigur weitere Recken um sich versammeln, um als Gruppe anzutreten. Und ähnlich wie im Klassiker stoppt die Leertaste jederzeit das Geschehen, damit der Spieler seinem Heldentrupp in aller Ruhe neue Befehle erteilen kann.

Ein paar der Unterschiede: Die Kamera folgt beim Laufen der Figur, in Kämpfen schwebt sie in Richtung Vogelperspektive - allerdings ist sie jederzeit auf Wunsch frei beweglich. Anders als Baldur's Gate, dessen Grundlage das Rollenspiel-Regelwerk Dungeons & Dragons war, verwendet Dragon Age keine Lizenz, sondern ein von Bioware entwickeltes System. Und: Dragon Age wird deutlich düsterer, die Landschaft ist meist grau und verwittert, die Figuren sehen erwachsen aus und in den Zwischensequenzen geht es betont ernst zu.

Tudge zeigte eine Mission, die in den Ruinen einer alten Stadt spielt. Überall stehen Reste der untergegangen Zivilisation, dazwischen haben die Mannen des jungen, ehrgeizigen Königs Cailan ihr Lager aufgeschlagen. "Als Mitglied der Grey Warden hat der Spieler geschworen, die Menschen von Ferelden gegen den Erzdämon Blight und seine dunklen Horden zu beschützen", erklärte Tudge.

Dragon Age: Origins
Dragon Age: Origins
In der Ruine kann der Spieler sich mit anderen Figuren unterhalten und beim Händler Waffen oder andere Gegenstände kaufen. Außerdem begegnet er einem Gefangen, der in einem Käfig vegetiert, weil er einen Schlüssel für eine Schatzkiste gestohlen und den Schlüssel dann geschluckt hat. "In Dragon Age kann man als Held, Mörder oder Tyrann antreten", sagte Tudge, entschied sich für eine der bösen Varianten und schnitt dem Kleinganoven kurzerhand den Bauch auf, um an den Gegenstand zu gelangen.

Bei der Präsentation folgte eine längere, große Schlacht - die auch im Video zu sehen ist und zeigt, dass auch die Gegner mit ihren spitzen Zähnen und dem hungrigen Blick deutlich fieser aussehen werden als die meisten Opponenten in Baldur's Gate.

Dragon Age: Origins
Dragon Age: Origins
Während die Schlacht tobte und Feuerbälle in den Festungsmauern einschlugen, bekam die Figur von Tudge einen Spezialauftrag: Er sollte in einen großen Turm eindringen, den der Gegner frisch eingenommen hatte, und ihn zurückerobern. Dazu wechselte Tudge sein Alter Ego und trat mit einer jungen Zauberin in der Mitte der Gruppe an - zu der übrigens auch ein namenloser Wachmann gehörte, der mangels echter Helden schnell mal als Kanonenfutter zwangsverpflichtet wurde.

Gemeinsam betrat die Gruppe den Turm, wo allerdings schon eine Falle vorbereitet war und ein paar gegnerischen Magier fast umgehend den ersten Stock mit Feuer ausfüllten. "Zaubersprüche in Dragon Age können aufeinander einwirken", erklärte Tudge an dieser Stelle eines der wichtigen Elemente des Spiels. Mit seiner Zauberin beschwor er einen magischen Eissturm herbei, der die Flammen löschte und gleichzeitig die Gegner in ihrer Bewegung verlangsamte.

Dragon Age: Origins
Dragon Age: Origins
Nach und nach kämpfte sich die Heldenschar dann über ein paar Stockwerke bis zum Endgegner in dem Turm vor: einen riesigen, gehörnten Dämon. "Derartige Gegner verfügen in Dragon Age über besondere Fähigkeiten", sagte Tudge. Obwohl er seine Mannen geschickt positionierte und die Zauberin im Hintergrund hielt, konnte sich das Biest einen der Recken schnappen, hochheben und so ordentlich Schaden anrichten. Andere Angriffsmanöver: Ein Sprung fegte Tudges Figuren von den Beinen und sorgte für eine Angriffspause, außerdem bewarf der Dämon die entfernter stehende Magiefachkraft mit dicken Steinen. Irgendwann war er dann aber doch besiegt, was in Dragon Age mit einem schicken, in Zeitlupe ablaufenden Stoß eines Schwertes in des Biestes Schädel zelebriert wird.

Nach der Präsentation beantworten Tudge und andere Teammitglieder noch ein paar wenige Fragen. So deuteten sie an, dass Dragon Age eine Serie mit Ablegern für Konsole wird. Außerdem sollen Spieler wohl die Möglichkeit haben, selbst entwickelte Inhalte, etwa Levels, ins Spiel einzubinden - das letzte Wort dazu ist aber noch nicht gefallen. Derzeit arbeitet ein Team mit rund 100 Mitgliedern an dem Titel, der nach aktuellem Stand im Frühjahr 2009 fertig ist.



 (ps)


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Links zum Artikel:
Bioware - Dragon Age (.com): http://dragonage.bioware.com/
Bioware (.com): http://www.bioware.com

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