Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0807/61052.html    Veröffentlicht: 15.07.2008 07:33    Kurz-URL: https://glm.io/61052

E3: id Software entwickelt für Electronic Arts

John Carmack stellt auf EA-Pressetermin selbst das kommende Rage vor

EA statt Activision: Auf der Computerspielemesse E3 in Los Angeles hat John Carmack, Chef und legendärer Programmierer von id Software, sein nächstes Spiel Rage vorgestellt - und bekanntgegeben, dass er den Titel nicht mit Dauerpartner Activision, sondern gemeinsam mit Electronic Arts veröffentlichen wird. Außerdem präsentierte Will Wright bei der Pressekonferenz von EA beeindruckende Zahlen und der Napster-Erfinder kostenpflichtige Inhalte.

John Riccitiello, oberster Boss von Electronic Arts
John Riccitiello, oberster Boss von Electronic Arts
Eigentlich wollte John Riccitiello, Boss von Electronic Arts, so gut wie gar nicht übers Geschäft und Themen wie Marketing oder Vertrieb sprechen. Stattdessen wollte er auf der EA-Pressekonferenz während der E3 in Los Angeles vor allem seine Entwickler zu Wort kommen lassen. Trotzdem ließ er es sich dann nicht nehmen, die größte Überraschung selbst zu verkünden: id Software, jahrelang fest mit Activision verbandelt, vertreibt und vermarktet sein kommendes Actionspiel Rage gemeinsam mit Electronic Arts in deren "Partner"-Programm.

John Carmack, Boss von id Software, sprach ein paar Worte über Rage
John Carmack, Boss von id Software, sprach ein paar Worte über Rage
Anschließend trat id-Chef und Programmiererlegende John Carmack auf die Bühne und stellte den Shooter für PC, Mac, Playstation 3 und Xbox 360 kurz vor, ohne dabei neue Details zu enthüllen. Spieler kämpfen in einer düsteren, postapokalyptischen und dezent an "Mad Max" erinnernden Welt gegen Monster und fahren dabei ziemlich viel in Vehikeln durch riesige Gelände; nach aktuellem Stand erscheint Rage frühestens 2009. Mehr zu Rage soll erst auf dem QuakeCon 2008 im texanischen Dallas zu erfahren sein, wo die Hausmesse von id Software vom 31. Juli bis 2. August 2008 stattfindet.

Greg Zeschuk führt den Trailer zu Dragon Age vor
Greg Zeschuk führt den Trailer zu Dragon Age vor
Ansonsten hielt sich Riccitiello weitgehend an seine Devise "Developers first". Die zeigt sich auch dadurch, dass die meisten seiner Entwicklerteams ohne "EA" im Namen auftreten dürfen - es heißt also nicht mehr "EA Mythic", sondern schlicht Mythic. Nacheinander traten ein oder zwei Sprecher der Entwicklerteams auf die Bühne und zeigten ein paar Minuten lang ihre Titel. So wurde etwa der extrem gewalthaltige und trotzdem sehr spannende Shooter Dead Space vorgeführt, das Parcours-Actionspiel Mirrors Edge, und Greg Zeschuk von Bioware präsentierte höchstpersönlich den Trailer des Rollenspiels Dragon Age: Origins. Peter Moore, Chef von EA Sports, zeigte neue Golf- und Basketballprogramme, und Gabe Newell von Valve erklärte Inhalte aus dem Horror-Actionspiel Left 4 Dead.

Die einzige echte Neuvorstellung war SimAnimals, ein Sims-Ableger für DS und Wii, bei dem der Spieler statt menschlicher Sims eben Tiere steuert. In der Pressevorführung geschah das anhand einer süßen Bärenfamilie. Die meisten dieser Titel kann sich die Golem.de-Redaktion im Verlauf der E3 noch genauer ansehen - wir berichten dann ausführlich.

Will Wright, Schöpfer von Spore
Will Wright, Schöpfer von Spore
Für Lacher sorgte eine gutgelaunte Rede von Sims-Erfinder Will Wright über den Mitte Juni 2008 veröffentlichten Kreatureneditor für Spore. "Wir haben damit gerechnet, dass die Spieler bis Ende 2008 um die 100.000 Kreationen ins Internet geladen haben", sagte er. "Tatsächlich haben wir diese Zahl dann schon nach 22 Stunden erreicht". Inzwischen sind es über 1,7 Millionen virtuelle Kreaturen - laut Wright mehr, als es wissenschaftlich dokumentierte echte Gattungen gibt. Außerdem waren auf der großen Leinwand ein paar Ingame-Sequenzen aus Spore: Origins zu sehen, einem Ableger für das iPhone.

Shawn Fanning erklärt das neue Micropayment-System
Shawn Fanning erklärt das neue Micropayment-System
Die einzigen Neuankündigungen jenseits konkreter Spiele betrafen das Onlineengagement von Electronic Arts. So sollen künftig alle Titel des Publishers sogenannte "Nucleus" unterstützen. Das sind plattformübergreifende Profile, in denen Spieler ihre Vorlieben, erreichte Aufgaben oder Highscores genauso wie Verknüpfungen zu Bekannten hinterlegen können. Außerdem kündigt das Unternehmen an, verstärkt auf Micropayment-Angebote zu setzen - ein Pilotprojekt ist dabei das sonst kostenlose Actionspiel Battlefield Heroes. Aber auch Spore, Die Sims 3 und viele der Sportspiele sollen den Verkauf von Extras gegen Kleinbeträge unterstützen. Die neuen Onlinekomponenten wurden übrigens von Shawn Fanning mit auf der Bühne vorgestellt, der einst durch die Gründung von Napster bekannt wurde und mittlerweile für EA arbeitet.  (ps)


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Links zum Artikel:
Bioware (.com): http://www.bioware.com
Electronic Arts (.com): http://www.ea.com/
id Software (.com): http://www.idsoftware.com/
QuakeCon (.org): http://www.quakecon.org
Spore - Das Spiel (.com): http://www.spore.com
Valve (.com): http://www.valvesoftware.com/

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