Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0807/60912.html    Veröffentlicht: 08.07.2008 12:04    Kurz-URL: https://glm.io/60912

C und C++ für den Browser

C-Versionen von Quake, Zelda, Perl und Python in Flash demonstriert

Scott Petersen ist Entwickler bei Adobe und hat einige Werkzeuge entwickelt, um C- und C++-Code in ActionScript umzuwandeln, das dann in Flash ausgeführt werden kann. Bereits im Oktober 2007 zeigte Petersen eine Version von Quake, die so in Flash läuft. Demnächst soll sein Code als Open Source freigegeben und das Projekt Tamarin integriert werden, das die JavaScript-Engine für künftige Firefox-Browser entwickelt.

Petersen nutzt eine spezielle Version des GNU C Compiler, der den C-Code in Befehle für die Low Level Virtual Machine (LLVM) übersetzt, die am Ende in Bytecode für Tamarin umgewandelt werden. So kann der C-Code in Flash und im Browser ausgeführt werden.

Im Rahmen des Projekts Tamarin arbeiten Mozilla und Adobe an einer Implementierung von ECMAScript 4, um JavaScript in Firefox und ActionScript in Flash damit zu verarbeiten. Sowohl JavaScript als auch ActionScript basieren auf der ECMAScript-Spezifikation.

Kann diese JavaScript- und ActionScript-Engine nun auch C- und C++-Code ausführen, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Die zahlreichen in C realisierten Bibliotheken würden damit für Flash und Firefox verfügbar und manche Applikation könnte in den Browser verfrachtet werden. Petersen hat dazu auch die C-Basis-Bibliotheken so umgestaltet, dass sie in einer ereignisbasierten Browserumgebung genutzt werden können. Auch ein Zugriff auf die Multimediafunktionen von Flash ist möglich.

Mozilla-Entwickler Atul Varma fasst in seinem Blog einen Vortrag zusammen, den Scott Petersen kürzlich hielt. Bereits im Oktober 2007 zeigte Petersen erste Demos seiner Technik, inklusive Quake. Laut Varma zeigt Petersen aktuell auch einen C-basierten Nintendo-Emulator, in dem Zelda lief, sowie in Flash laufende Versionen der Sprachen Lua, Ruby, Perl und Python. Weitere Details zu Petersens Arbeiten finden sich in einem Interview, das Petersen seinem Adobe-Kollegen Ryan Stewart gab.  (ji)


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