Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0807/60856.html    Veröffentlicht: 07.07.2008 11:46    Kurz-URL: https://glm.io/60856

Seit Monaten offenes Sicherheitsloch in der iPhone-Firmware

Angreifer können vertrauliche Daten auf dem iPhone einsehen

In der iPhone-Firmware befinden sich zahlreiche Sicherheitslücken, die in den vergangenen Monaten nicht beseitigt wurden. Das kritisiert ein Sicherheitsexperte. Das letzte Firmware-Upgrade stammt vom Februar 2008. Mit einer Schadsoftware ist es möglich, auf vertrauliche iPhone-Daten zuzugreifen und sogar Telefonate zu führen.

Auf dem iPhone setzt Apple eine Miniversion von MacOS X ein, so dass sich Sicherheitslecks auch in der iPhone-Firmware wiederfinden können, die in der Desktopausführung von MacOS X gefunden und mittlerweile beseitigt wurden. In der iPhone-Firmware wurden diese Sicherheitslöcher der vergangenen Monate hingegen noch nicht beseitigt, kritisierte der Sicherheitsexperte Charlie Miller in der Washington Post.

Unter anderem steckt in der iPhone-Ausführung von Safari das Sicherheitsleck vom März 2008, über das ein MacBook Air in einem Hacker-Wettbewerb nach gerade mal zwei Minuten gehackt wurde. Angreifer können darüber Zugriff auf das System erhalten, der betreffende Fehler wurde von Apple im April 2008 mit einem Safari-Update beseitigt. Nach Millers Aussagen findet sich dieses Sicherheitsleck auch im iPhone, so dass Angreifer diesen Fehler ausnutzen können, weil Apple seit vier Monaten kein Firmware-Upgrade mehr für das iPhone veröffentlicht hat.

Der Sicherheitsexperte erklärte, er habe eine Schadsoftware geschrieben, die genau dieses Sicherheitsleck ausnutzt. Darüber kann er auf einem iPhone auf das Adressbuch, die Anrufliste sowie die Kurzmitteilungen zugreifen und so an vertrauliche Daten gelangen. Aber auch das Telefonieren ist darüber möglich. Der Angreifer muss ein Opfer nur zum Öffnen eines entsprechenden Links im Safari-Browser bringen.

"Apple sollte auch die iPhone-Software so aktualisieren, wie sie es für das Basisbetriebssystem tun. Oder aber Apple sollte nicht mehr damit werben, dass das iPhone jede Woche nach Updates sucht", sagte Miller der Zeitung. Er kritisiert, dass ein iPhone-Besitzer davon ausgehe, sein Gerät sei aktuell, weil keine neuen Updates verfügbar sind. "Aber in Wirklichkeit ist der Nutzer nur so sicher, wie er es im Februar 2008 war", bemängelt der Sicherheitsexperte.

Miller geht davon aus, dass auch weitere Sicherheitslecks in der iPhone-Firmware stecken. Denn seit Februar 2008 wurden zahlreiche Sicherheitslücken im Safari-Browser und im Desktop-Betriebssystem geschlossen. Vergleichbare Upgrades für das iPhone hat es bislang aber nicht gegeben. Zum Marktstart des iPhone 3G am 11. Juli 2008 wird ein Upgrade auf die iPhone-Firmware 2.0 erwartet. Möglicherweise werden damit die offenen Sicherheitslecks geschlossen.  (ip)


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