Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0807/60750.html    Veröffentlicht: 01.07.2008 10:35    Kurz-URL: https://glm.io/60750

Nikon D700: Vollformatkamera für die Mittelklasse

Kaum Abstriche gegenüber Spitzenmodell D3

Nikon hat mit der D700 eine Vollformat-Spiegelreflexkamera vorgestellt, die mit einem CMOS-Sensor ausgerüstet ist, der es auf eine Auflösung von 12,1 Megapixeln bringt. Die Lichtempfindlichkeit der neuen Mittelklassekamera, die oberhalb der D300 angesiedelt ist, kann mit dem Topmodell D3 zwar nicht ganz mithalten, erreicht jedoch trotzdem maximal ISO 25.600.

Nikon D700
Nikon D700
Die D700 ist mit einem Staubreinigungssystem für ihren CMOS-Sensor ausgerüstet, der feine Partikel abschütteln soll. Selbst Nikons Flaggschiff fehlt diese Funktion. Der CMOS-Sensor hat eine aktive Fläche von 36,0 x 23,9 mm und erzielt Bilder mit 4.256 x 2.832 Pixeln. Die Kamera speichert Rohdatenbilder mit 12 und 14 Bit Farbtiefe sowohl unkomprimiert als auch komprimiert. Wahlweise können zusätzlich oder ausschließlich JPEG-Dateien abgelegt werden.

Die Bildaufnahmegeschwindigkeit liegt bei bis zu 5 Fotos pro Sekunde. Wird der Handgriff mit zusätzlichen Akkus angesetzt, kommt die Kamera auf 8 Bilder pro Sekunde und damit fast in den Leistungsbereich der D3 (9 Bilder pro Sekunde). Mit dem Spiegelreflex-Pentaprismensucher wird nur ein Feld von 95 Prozent abgedeckt - die D3 erreicht 100 Prozent Sucherbildabdeckung.

Nikon D700
Nikon D700
Die D700 ist wie das große Vorbild mit einem Autofokussystem ausgerüstet, das auf 51 Messfelder (15 Kreuzsensoren) zurückgreifen kann und eine Schärfenachführung über den gesamten Bildbereich erlaubt. Die Kameraausrichtungsfunktion - die einen künstlichen Horizont zum Ausrichten der Kamera einblendet, hat Nikon auch der D700 spendiert.

Die Verschlusszeiten reichen von 30 Sekunden bis 1/8.000 Sekunde - die Blitzsynchronisationszeit liegt bei 1/250 Sekunden. Die Belichtungsmessung wird mit Nikons 1005-Pixel-RGB-Sensor durchgeführt. Mit Objektiven der Serien G und D kann die 3D-Color-Matrixmessung II genutzt werden, mit anderen prozessorgesteuerten Objektiven nur die Color-Matrixmessung II. Außerdem wird eine mittenbetonte und eine Spotmessung angeboten.

Nikon D700
Nikon D700
Der Bildschirm ist 3 Zoll groß und hat wie bei den Modellen D300 und D3 eine Auflösung von 920.000 Bildpunkten. Der Live-View-Modus arbeitet zusammen mit der Scharfstellung und lässt sich freihand und in der Betriebsart Stativ einsetzen. Der eingebaute Klappblitz mit Leitzahl 17 kann von einem externen Blitz ergänzt werden, der in den Blitzschuh oder die Synchrobuchse eingesteckt wird.

Gegen Staub und Feuchtigkeit wurde das aus einem Magnesiumskelett bestehende Gehäuse abgedichtet. Montiert man ein Objektiv aus der DX-Serie an die Kamera, wird automatisch auf das DX-Format mit einem kleineren Bildkreis umgeschaltet - und nur noch ein Teil der Auflösung erzielt. Gespeichert wird auf CompactFlash-Karten, wobei die Kamera nur einen Speicherkartenschacht aufweist - die D3 besitzt gleich zwei.

Nikon D700
Nikon D700
Die Kamera ist mit einer HDMI-Schnittstelle zum Anschluss an Projektoren und Displays ausgerüstet und kann optional mit Modulen für WLAN und Ethernet ausgestattet werden. So erspart man sich im Studio den Wechsel des Speichermediums und Kabelsalat zwischen Kamera und Rechner. Ein GPS-Modul steht ebenfalls auf der Zubehörliste.

Nikon D700
Nikon D700
Das Gehäuse der D700 misst 123 x 147 x 77 mm und wiegt leer, also ohne Akku und Speicherkarte, rund 995 Gramm. Zum Vergleich: Die D3 ist 159,5 x 157 x 87 mm groß und wiegt 1.240 Gramm. Die D300 wiegt 825 Gramm und ist 147 x 114 x 74 mm groß.

Nikon will die D700 ab Ende Juli 2008 für rund 2.600 Euro auf den Markt bringen. Sie ist damit etwas höher angesetzt als der offizielle Preis von Canons Vollformatkamera 5D. Allerdings ist die 5D seit September 2005 auf den Markt. Sie erzielt eine Auflösung von 12,8 Megapixeln.  (ad)


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