Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0806/60690.html    Veröffentlicht: 28.06.2008 12:29    Kurz-URL: https://glm.io/60690

Blizzard kündigt Diablo 3 an

Auf seiner Pariser Hausmesse stellt Blizzard das lange erwartete Diablo 3 vor

Die Spekulationen haben ein Ende: Blizzard kündigt Diablo 3 an. Auf der Hausmesse Blizzard Worldwide Invitational in Paris stellte das Entwicklerteam den lange erwartete Titel vor rund 8.000 Besuchern vor. Golem.de war dabei.

Diablo 3
Diablo 3
Blizzard setzt seine legendäre Diablo-Reihe fort. In den vergangenen Tagen wucherten die Spekulationen im Internet und viele Spielefanseiten kannten kaum noch ein anderes Thema. Jetzt steht fest: Teil 3 der Reihe um den Höllenfürsten ist in der Mache. Die Entwickler stellen das Action-Rollenspiel auf der Hausmesse Blizzard Worldwide Invitational vor, die am 28. und 29. Juni 2008 in Paris stattfindet. Diablo 2 erschien im Jahr 2000, ein Jahr später folgte die Fortsetzung Lord of Destruction - nun geht es also weiter.

Diablo 3
Diablo 3
Die Umgebung ist künftig in 3D gehalten, die Steuerung orientiert sich aber weitgehend an den Vorgängern, sprich: Vogelperspektive. Blizzard hat auf seiner Eröffnungsveranstaltung zwei Umgebungen gezeigt. Ein Höhlensystem mit zahlreichen, scheinbar unendlich tiefen Abgründen, aus denen an einer Stelle Monster hervorkrabbelten. Das Ganze erinnerte Stark an die Moria-Höhlen im ersten Herr-der-Ringe-Film. Außerdem zu sehen war eine Landschaft unter freiem Himmel mit Bäumen und Flüssen; einige der Bäume erwachten zum "Leben" und griffen den Spieler an.

Diablo 3
Diablo 3
Die Entwickler planen neue Klassen. Zuerst trat Blizzard mit einem Barbaren an, später gesellte sich im Coop-Modus eine neue Klasse hinzu: Der "Witch Doctor", der mit seinem Federschmuck zumindest in der Präsentation ein wenig einem Azteken-Gott ähnelte. Er verfügt über Gedankenkontrollfähigkeiten, mit denen er beispielsweise dafür sorgte, dass sich Gegner gegenseitig angriffen. Außerdem kann er Feuerbälle Richtung Feind schleudern und Kampftiere zur Unterstützung herbeizaubern. In der Präsentation zeigte Blizzard, wie sich ein großer Schwarm von gelben, insektenähnlichen Mini-Biestern auf die Gegner stürzte.

Diablo 3
Diablo 3
Kurz vor der Pressekonferenz mit Jay Wilson (Lead Designer) und Frank Pearce (Ececutive Vice President Product Development) haben wir übrigens den Hinweis bekommen, dass die offizielle Website zu Diablo 3 eröffnet ist.


Diablo 3
Diablo 3
Laut Jay Wilson erscheint Diablo 3 für PC und Mac, eine Konsolenversion ist nicht vorgesehen. Es basiert auf einer neuen, von Blizzard selbst programmierten Grafikengine. Das Team arbeitet seit rund vier Jahren an dem Titel, derzeit mit rund 55 Entwicklern. Einen angepeilten Veröffentlichungstermin nannte Wilson nicht - abgesehen von einem "When it's done".

Die Handlung spielt rund 20 Jahre nach dem Ende von Lord of Destruction. Die Bewohner der Welt Sanktuario, und natürlich besonders die Bürger von Tristram, erinnern sich kaum noch an die Geschehnisse von damals - dabei hätte doch eigentlich eine groß angelegte Invasion des Bösen stattfinden müssen. Warum das nicht so war, und welches Unheil stattdessen droht, findet der Spieler erst im Verlauf von Diablo 3 heraus. Die Story soll laut Wilson eine wesentlich wichtigere Rolle spielen, und wird auch mit Zwischensequenzen in der Grafikengine erzählt - in denen einige alte Bekannte wieder auftauchen, beispielsweise Deckard Cain. Das Spiel beginnt in New Tristram, das auf den Ruinen der alten, aus den Vorgängern bekannten Stadt erbaut wurde. Allerdings gibt es künftig mehr von der Welt zu sehen, insbesondere die riesige Hauptstadt Caldeum und eine Insel namens Skoros, auf der das Volk der Amazonen in gewaltigen, griechisch anmutenden Säulenbauten lebt.

Screenshot #1
Screenshot #1
Der Solomodus von Diablo 3 soll ungefähr so umfangreich sein wie beim Vorgänger. Allerdings: "Der Wiederspielwert ist noch größer", sagte Wilson. Erneut werden die meisten Gebiete in der Welt per Zufallsgenerator aus vorgegebenen Modulen immer etwas neu zusammengestellt, auch bei den Monstern soll es beim mehrfachen Durchspielen eine gewisse Wahrscheinlichkeit geben, dass beim zweiten Mal andere Biester lauern als beim ersten Mal. "Außerdem experimentieren wir mit 'random adventures'", so Wilson zu Golem.de. Damit meinte er, dass auch einige Quests aus Modulen zusammengestellt werden könnten, allerdings wollte Wilson dazu nicht mehr verraten. Besonders wichtig ist für Blizzard übrigens der Coop-Modus, der über das auch künftig kostenlos nutzbare Battle.net laufen soll. "Für uns ist die Solospielerkampagne das gleiche wie die Coop-Kampange, nur dass der Spieler darin Einzeln antritt", so Wilson. Die Engine unterstützt derzeit Gruppengrößen von bis zu acht Spielern, aber laut Wilson macht es mit weniger Teilnehmern mehr Spaß, weswegen die finale Anzahl erst später festgelegt wird.

Screenshot #7
Screenshot #7
In einer offiziellen Pressemitteilung schreibt Blizzard, dass Diablo 3 fünf Heldenklassen enthalten wird. Dabei handelt es sich wohl um einen Fehler: Auf Nachfrage von Golem.de meinte ein Blizzard-Mitarbeiter jedenfalls, die finale Anzahl stehe schlicht noch nicht fest. Derzeit ist der Witch Doctor angekündigt, sowie der aus dem Vorgänger bekannte, um weitere Kampffähigkeiten erweiterte Barbar. Jede Klasse gibt es künftig in einer weiblichen und einer männlichen Variante, was allerdings keine spielerischen Auswirkungen hat. Zumindest einige der besseren Rüstungen bekommen außerdem ein leicht unterschiedliches Aussehen je nach Klasse.

Screenshot #4
Screenshot #4
Deutlich aufwendiger sollen die Kämpfe werden, so Jay Wilson. Er hat sich dafür von den Boss-Gefechten in World of Warcraft inspirieren lassen und möchte in Diablo 3 ebenfalls mehr lange Schlachten, in denen der Spieler beispielsweise erst die Schwachpunkte des Gegners herausfinden muss, und weniger simples Haudrauf. Außerdem gibt es künftig mehr Zwischengegner. Ein dicker Höllenhund, der während der Präsentation erlegt wurde, ist angeblich kein wirklicher Obermotz, sondern einer von vielen eher mittelgroßen Feinden - und dabei hat das Viech allein gut ein Viertel des Bildschirms gefüllt.

Das Inventarsystem krempelt Blizzard grundsätzlich um: Künftig belegt jeder Gegenstand nur einen Ablageplatz. Neu ist auch die Information, dass Heiltränke keine so große Rolle spielen wie in den Vorgängern - ohne regelmäßig einen Schluck aus der Medizinflasche ging da wenig. Um mehr Tempo in die Kämpfe zu bringen, hat sich Blizzard ein ganz neues System ausgedacht: Erledigte Gegner hinterlassen kleine rote Kügelchen; läuft der Spieler durch diese hindurch, verbessert sich sein Gesundheitszustand ein wenig. Im Coop-Modus kommt jeder Mitstreiter in den Genuss von regenerierter Lebensenergie.

Nachtrag vom 30. Juni 2008 um 17:30 Uhr:
Im Dienste der Lesbarkeit haben wir die Datums- und Zeitangaben der Aktualisierungen bei diesem Artikel entfernt und kleine Änderungen beim Aufbau des Textes vorgenommen. Der Inhalt bleibt unverändert. Sofern nichts völlig Überraschendes geschieht, erweitert Golem.de diesen Beitrag nicht mehr.  (ps)


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