Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0806/60352.html    Veröffentlicht: 12.06.2008 14:14    Kurz-URL: https://glm.io/60352

Velvet Assassin: Widerstand gegen das Dritte Reich

Historische Stealth-Action im Zweiten Weltkrieg

Das Vorbild für die Hauptfigur kämpfte gegen die Nazis und starb im Konzentrationslager. Darf man so jemanden zur Heldin eines Computerspiels machen? Velvet Assassin vom Hamburger Entwicklerstudio Replay soll sich ab Herbst 2008 auf PC und Xbox 360 mit seinem ungewöhnlichen Setting und künstlerisch gestalteten Levels von der Konkurrenz abheben. Golem.de hat sich das Spiel live angesehen.

Velvet Assassin
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Violette Summer ist Topagentin der Alliierten. Aus dem Verborgenen heraus operiert sie im Nazi-Deutschland zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Der Spieler steuert die Dame in Third-Person-Sicht durch zwölf Levels, muss Attentate ausüben, Sabotageaktionen durchführen oder wichtigen Gefangenen eine Selbstmordpille zuschmuggeln. Der Clou: Eigentlich liegt Violette bewusstlos im Krankenbett, und der Spieler durchlebt ihre Erinnerungen.

Velvet Assassin
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Die Missionen aus Violettes Erinnerungen führen den Spieler an viele historische Orte, beispielsweise in ein Ghetto nach Polen. Die Level wurden vom Hamburger Entwickler Replay Studios mit künstlerischem Anspruch gestaltet, was sich etwa durch stimmungsvolle Farbgebungen bemerkbar macht. Neu ist neben der Optik die schonungslose Darstellung geschichtlicher Details. Man hört Erschießungskommandos und wird vielfach mit Kriegsverbrechen konfrontiert.

Auch die Protagonistin hat historische Wurzeln. Vorbild für sie ist die britische Spionin Violette Szabo. Szabo wurde vom britischen Nachrichtendienst eingesetzt, bevor sie von den Deutschen gefangen, gefoltert und hingerichtet wurde.

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Damit Violette im Spiel nicht das gleiche Schicksal ereilt, sollte sie tunlichst unbemerkt bleiben. Dabei sind die Schatten Freunde des Spielers: Solange Violette sich schleichend im Dunkeln aufhält, zeigt eine violette Aura um die Hauptfigur, dass sie unentdeckt ist. Licht und Schatten werden durch eine neue Technik dynamisch erzeugt, was die Beleuchtung realistisch erscheinen lassen soll.

Velvet Assassin
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Viele Nazis kreuzen den Weg der hübschen Spionin. Wo sie ihnen nicht ausweichen kann, muss sie auf ein Arsenal historisch korrekter Waffen zurückgreifen, um sich mit Gewalt ihren Weg zu bahnen. Schafft sie es direkt an einen Gegner heran, wird dieser per Messer in einer von vielen zufällig ausgelösten Sequenzen geräuschlos gemeuchelt. Es gibt noch andere Gemeinheiten, um die Widersacher aus dem Weg zu räumen. Violette kann beispielsweise an ihre Gegner heranschleichen und unbemerkt Sicherungsstifte aus deren Handgranaten ziehen.

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Wird sie aber doch entdeckt und es kommt zum Gefecht, dann kann der Spieler sich mit dem Einsatz von Morphiumspritzen aus der brenzligen Situation befreien. Wenn eine aktiviert wird, werden die Gegner für kurze Zeit in einen Zeitlupenmodus versetzt. Da in diesen Augenblicken die Grenzen zwischen Erinnerungen und Realität im Krankenbett für Violette verschwimmen, hetzt sie unter Morphium im Nachthemd durch die Gegend. Die Spritzen lassen sich im Verlauf des Spieles finden, ebenso wie weitere Waffen, Munition und Schätze.

Für gefundene Gegenstände gibt es Erfahrungspunkte, mit denen man Violettes Werte steigern und dem eigenen Spielverhalten anpassen kann.

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Bei einer frühen Präsentation des Spieles wurde exemplarisch ein Level angespielt. Golem.de durfte zusehen, wie Violette nach Warschau geschickt wurde, um einen Informanten in einem deutschen Gefängnis zu finden. Dazu musste sie sich zunächst durch die Kanalisation vorkämpfen, dann ging es über ein paar Hinterhöfe und das Warschauer Ghetto bis zu einem Loch in einer Mauer, durch das das Gelände des Gefängnisses betreten werden konnte. Nazis lauerten überall auf der Strecke und auf die eine oder andere Art wurden sie zu Opfern von Violette.

Fest vorgesehene Lösungswege schien es dabei kaum zu geben. Die Planung, wie sie ihre Widersacher ausschaltet, war dem Spieler überlassen. Scharfschützengewehre haben dabei ebenso wenig gefehlt wie die Faustfeuerwaffe oder das Messer für die heimlichen Morde. In Barracken gab es Medizin, Munition und Waffen zu finden. Um dabei nicht einem Gegner in die Arme zu laufen, spähte Violette vor dem Betreten durch das Schlüsselloch.

Velvet Assassin
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Die Level sind eindrucksvoll gestaltet. Violette kommentierte an einigen Stellen ihre Erinnerungen. Zu den Texten kommen die Schreie der Opfer und das Gewehrfeuer der Erschießungskommandos. Die Agentin stolpert über Leichenberge und an den Wänden zeugen Blutflecken und Einschusslöcher von den grausamen Taten der Nazis. Das Szenario erinnerte an Bilder, wie man sie von Filmen wie Schindlers Liste vor Augen hat, alles ist in Grau- und Brauntönen gehalten. Im Herbst 2008 soll das Spiel für PC und Xbox 360 in den Handel kommen. [von Peer Kröger]  (ps)


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Links zum Artikel:
Replay Studios: http://www.replaystudios.de/

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