Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0806/60280.html    Veröffentlicht: 10.06.2008 11:25    Kurz-URL: https://glm.io/60280

Ubisoft als Retter von Take 2?

Amerikanische Analysten schlagen einen Zusammenschluss mit Ubisoft vor

Take 2 wehrt sich gegen eine Übernahme durch Electronic Arts - und sucht nach Alternativen. Eine besonders gut passende haben die Analysten des amerikanischen Wirtschaftsblatts Forbes gefunden. Sie schlagen eine Allianz zwischen Take 2 und Ubisoft vor.

"Wir hatten, und haben weiterhin offizielle Gespräche mit mehreren interessierten Gesellschaften", sagte Strauss Zelnick, Chef von Take 2 bei einem Analystengespräch am 5. Juni 2008, von dem Golem.de eine Abschrift vorliegt. Um welche Unternehmen es sich dabei handelt, durfte Zelnick schon aus aktienrechtlichen Gründen nicht nennen. Das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes hat nun eine Reihe von Brancheninsidern befragt. Viele halten einen Zusammenschluss von Take 2 mit Ubisoft für ein denkbares Szenario, von dem beide Unternehmen profitieren könnten. So wird ein Analyst mit den Worten zitiert: "Ubisoft hat bewiesen, dass sie gut mit geistigem Eigentum umgehen können. Und rein kulturell hätten die Entwickler von Take 2 kein Problem mit Ubisoft, weil die ein anständiges Ausmaß an kreativer Freiheit zulassen."

Für Ubisoft hätte ein Zusammenschluss den Vorteil, Zugriff auf eine ganze Reihe von Marken zu bekommen, die zur geplanten Erweiterung des Geschäftsmodells in Richtung Multimedia und Film passen würden. So gibt es immer wieder Spekulationen über einen GTA-Film, und ein Streifen zum Take-2-Erfolgstitel Bioshock befindet sich derzeit bei Universal Pictures in der Planungsphase. Überschneidungen im Portfolio der Firmen gibt es so gut wie keine, über eine Sportspielreihe verfügt derzeit nur Take 2.

Kompliziert wird die ganze Sache durch die Tatsache, dass EA an Ubisoft eine Beteiligung von rund 17 Prozent hält. Allerdings hat sich Ubisoft immer dagegen gewehrt, dass Electronic Arts diesen Anteil weiter erhöht - was sogar ebenfalls für eine Ubi-Allianz mit Take 2 sprechen würde, weil es den Wert des Gesamtunternehmens erhöhen und einen Kauf für EA verteuern würde.

Hinter den Kulissen laufen derzeit auch die Verhandlungen zwischen EA und Take 2 weiter. EA hatte sein Angebot einer feindlichen Übernahme wiederholt verlängert. Das derzeitige Ultimatum läuft bis zum 16. Juni 2008. Bislang hat EA den Preis von rund 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,3 Milliarden Euro) für den Konkurrenten nicht erhöht, während Zelnick die Kaufsumme für insgesamt zu niedrig hält.  (ps)


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Links zum Artikel:
Electronic Arts (.com): http://www.ea.com/
Take 2 Interactive (.com): http://www.take2games.com/
Ubisoft: http://www.ubisoft.de

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