Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0805/60099.html    Veröffentlicht: 31.05.2008 13:43    Kurz-URL: https://glm.io/60099

Fahrradcomputer als Open-Source-Projekt

Offene Hardware und freie Software

Auf dem LinuxTag in Berlin hat das OBiCo-Projekt seinen freien Fahrradcomputer vorgestellt. Das Gerät ist mit GPS und Pulsmesser ausgestattet und soll unter Umständen später in einer Kleinserie produziert werden.

Die Beteiligten wollten einen Fahrradcomputer haben, der neben Geschwindigkeit und Distanz auch den Puls messen kann. Außerdem sollte er per GPS nicht nur die aktuelle Position feststellen, sondern auch gefahrene Routen speichern können. Das Gerät sollte zudem wartungsfrei sein und sich gut bedienen lassen.

Nach Aussagen von Peer Georgi von OBiCo ist kommerziell derzeit keine Lösung erhältlich, die all diese Ansprüche erfülle. Insbesondere lassen sich die käuflichen Geräte nicht erweitern. Zwar gibt es den Linux-basierten Quarq-Computer, doch an diesem störte, dass er mit Batterien betrieben wird.

Der OBiCo-Fahrradcomputer
Der OBiCo-Fahrradcomputer
Also wurde kurzerhand selbst ein Fahrradcomputer entwickelt. Der kann nun GPS-Daten empfangen und enthält zusätzliche Sensoren zur sogenannten Trägheitsnavigation. Das Kartenmaterial kommt vom OpenStreetMap-Projekt. Bedienen lässt sich der OBiCo über eine am Lenker befestigte Taste, der Strom kommt vom Nabendynamo. Ab einer Geschwindigkeit von 10 km/h soll der Computer genug Strom haben, so Georgi. Ein Akku überbrückt Phasen, in denen das Rad geschoben wird.

Derzeit messen verschiedene Sensoren die Temperatur, den Druck und den Puls des Fahrers. Ein Audioplayer ist ebenfalls integriert. Als Betriebssystem verwenden die Projektmitglieder auf ihren Geräten die Eigenentwicklung OBiCos, die unter die GPL gestellt werden soll und bereits eine Oberfläche mit den ausgelesenen Daten bereitstellt.

Der Bootloader startet ein auf einer SD-Karte untergebrachtes System und auch Linux funktioniert bereits. Allerdings fehlt unter Linux noch der Zugriff auf die Sensoren. Da die nötigen APIs offen liegen, sei dies aber eine reine Fleißarbeit, so Georgi. Nach dem LinuxTag soll in diesem Bereich weitergearbeitet werden.

Als Hardware werden zwei Prozessoren verwendet: Eine ARM9-CPU ist beispielsweise für GPS und Audio zuständig und kann auf 128 MByte RAM zugreifen. Zusätzlich ist eine 8-Bit-CPU für die Arbeit mit den Sensoren verbaut. Sie ist echtzeitfähig.

Gerade in der Hardware liegt aber auch noch das Problem des OBiCo. Georgi beschaffte die nötigen Bauteile über seinen Arbeitgeber. In einem normalen Elektronikmarkt seien diese nicht erhältlich. Bei der dann für die Projektmitglieder produzierten Serie liege der Preis pro Stück daher auch jenseits der 600 Euro. Sollten sich genügend Interessenten finden, könne man sich auch vorstellen, eine weitere Kleinserie zu produzieren.  (js)


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(23.04.2007, https://glm.io/51848 )

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OBiCo: http://www.obico.de

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