Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0805/59862.html    Veröffentlicht: 21.05.2008 14:52    Kurz-URL: https://glm.io/59862

Alone in the Dark 5 angespielt

Action-Adventure mit Feuer, Flamme und ungewöhlichem Speichersystem

Das letzte Alone in the Dark erschien 2001, seit 2004 arbeitet das Entwicklerteam Eden Studios für Atari an Teil 5. Am 20. Juni 2008 stehen Computerspieler erneut alleine einer dunklen Übermacht gegenüber - bewaffnet mit Feuerzeugbenzin und brennenden Stühlen. Golem.de hat einen ausführlichen Blick auf eine weitgehend fertige Version geworfen.

Alone in the Dark 5
Alone in the Dark 5
Das Gedächtnis ist futsch und die Sache mit den Rentenansprüchen wohl auch - jedenfalls sitzt Edward Carnby zu Beginn von Alone in the Dark 5 ohne Erinnerungen in einer Zelle fest. Seltsam mönchsähnliche Männer misshandeln einen weiteren Gefangenen, und auch Edward bekommt einiges ab, bis ihm wenig später in einem düsteren Gang die Flucht gelingt. Er findet heraus, dass er sich in einem riesigen Gebäude direkt am New Yorker Central Park befindet, außerdem war er einst Detektiv für paranormale Aktivitäten. Irgendetwas ist mit einem mysteriösen Stein los - und das Haus um ihn herum wird von einer bösen Kreatur durchdrungen und stürzt gerade ein. Alone in the Dark 5 versetzt den Spieler in die Rolle von Carnby, gemeinsam sollen sie im kommenden Teil der Serie hinter ein Geheimnis unterhalb von New York kommen. Das Action-Adventure erscheint nach aktueller Planung am 20. Juni 2008 für Windows-PC, Xbox 360, Wii und PlayStation 2, eine Version für PlayStation 3 soll im Herbst 2008 folgen. Verantwortlich für die Entwicklung ist das französische Entwicklerteam Eden Games.

Alone in the Dark 5
Alone in the Dark 5
Bei unserem Abstecher ins virtuelle New York fährt schon der erste Level einiges an Krach und Bumm auf: Während das Gebäude allmählich in Einzelteile zerfällt und dabei immer wieder mal ein scheinbar riesiges Wesen durch Mauerspalten zu sehen ist, jagt Carnby - der Spieler wählt zwischen Schulter- oder Ego-Perspektive - durch holzvertäfelte Gänge, in die brennende Balken hineinkrachen, und kämpft sich durch finstere Fahrstuhlschächte. Highlight ist eine Kletterpartie an der Außenfassade des Bauwerks: Während im Hintergrund die nächtliche Stadt zu sehen ist und unter ihm der Verkehr tobt, kraxelt Edward an Mauervorsprüngen entlang, die nur Sekunden, nachdem er sie verlassen hat, in die Tiefe stürzen; die Trümmer lösen dabei auch mal eine Explosion aus, deren Druckwelle mehrere Autos bis unter die freischwebenden Fußsohlen von Edward schleudert. Dann rumsen ganze Stockwerke um Etagen nach unten und offenbaren dabei grausige Details aus dem Gebäude. Andere Flüchtende auf Mauersimsen begleiten Edward wenige Schritte, stürzen dann aber in die Tiefe, und an einigen scheinbar ausweglosen Stellen weisen nur durchbrennende Ratten den Weg.

Alone in the Dark 5
Alone in the Dark 5
Eine besondere Rolle in Alone in the Dark 5 spielt das Feuer. Es sieht für so ein Spiel sehr glaubwürdig aus und verhält sich fast wie in der Realität. Wenn etwa brennende Holzbretter von der Decke stürzen, fangen die Gegenstände am Boden manchmal Feuer, aber manchmal auch nicht. Die Brandflächen vergrößern sich allmählich und versperren unter Umständen den Weg - andererseits ist Edward auf bereits verkohltem oder frisch gelöschtem Untergrund sicher, ebenso auf Stein oder Zement. Und er kann Feuer für seine Zwecke nutzen, indem er eine verschlossene Tür ansteckt und abfackelt. Bestimmte Monster-Zombies muss er sogar verbrennen, damit sie endgültig tot bleiben. Entweder wirft er sie in Flammen oder schlägt mit einem frisch angesteckten Stuhl nach ihnen. Übrigens verzichtet Alone in the Dark trotz seiner Freigabe ab 18 darauf, brennende Figuren ähnlich wie in GTA 4 wild schreiend darzustellen - sie lösen sich in einer Art dunklem Nebel auf.

Alone in the Dark 5
Alone in the Dark 5
Feuer spielt auch bei den meisten Waffen eine größere Rolle. In bester McGyver-Manier bastelt Edward Carnby aus irgendwie entflammbaren Gegenständen Waffen mit Brand-Durchschlagskraft. So träufelt er Benzin auf Pistolenkugeln, um seine Gegner mit schick animierten und eben lodernden Leuchtspurgeschossen zu beharken. Oder er verwendet eine Dose mit Insektenspray als Mini-Flammenwerfer. Oder er wirft Spritflaschen in die Luft, um sie dann mit gezielten Schüssen über Gegnern in die Luft zu jagen. Mit etwas Geschick kann er sogar ein Auto zur rollenden Brandbombe umfunktionieren: Während der Fahrt rausfallen lassen, dann auf den Tank schießen, bis der in Hollywood-Manier explodiert. Fast alle Gegenstände sollen sich entsprechend umfunktionieren lassen, was beim Live-Anspielen schon gut funktioniert hat. Um die Berechnungen hinter den Spielekulissen kümmert sich übrigens die Havok-Physikengine in ihrer aktuellen Version.

Alone in the Dark 5
Alone in the Dark 5
Alone in the Dark 5 verfügt ähnlich wie eine Spielfilm-DVD über ein Menü, mit dem sich direkt die meisten der 24 Story-Episoden anwählen lassen - nur wer das Finale sehen möchte, muss einen bestimmten Prozentsatz des Gesamtspiels gelöst haben. Zu Beginn von sieben der acht Kapitel erzählt ähnlich wie bei TV-Serien eine kurze Zusammenfassung, was bisher geschah - und zum Ende von jedem Kapitel gibt es einen (etwas affigen) Abspann mit Credits. Sinn der direkten Zugriffsmöglichkeit: Angeblich hat Atari herausgefunden, dass 75 Prozent der Spieler ihre Spiele selten oder gar nicht beenden, und möchte die Rate mit diesem Kniff erhöhen. Neben dem DVD-Menü gibt es noch ein konventionelles Speichersystem, das Edward nach dem Bildschirmtod zum zuletzt erreichten Checkpoint zurückversetzt.  (ps)


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Links zum Artikel:
Atari: http://www.atari.de
Central Dark (AitD5-Spiel) (.com): http://www.centraldark.com
Eden Studios (.com): http://www.edengames.com/

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