Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0805/59457.html    Veröffentlicht: 05.05.2008 12:34    Kurz-URL: https://glm.io/59457

Patentantrag: Dufthandy sendet Grüße mit Veilchenduft

Neuartige Mobiltelefone mit speziellem Duftkarten-Steckplatz erforderlich

Bald soll es möglich sein, mit neuartigen Mobiltelefonen eine Nachricht mit Veilchen- oder Rosenduft zu verschicken - ein deutsches Konsortium hat ein Patent für ein Dufthandy eingereicht und sucht nun Investoren. SMS- oder MMS-Grüße sollen sich dann mit einem Wunschduft ergänzen lassen.

Die betreffenden Düfte befinden sich auf einer Art Speicherkarte, die Duftkarte genannt wird und einen speziellen Steckplatz im Mobiltelefon erfordert. Diese Karten sind etwa so groß wie eine SD-Karte und können einen oder mehrere Düfte enthalten. Ein Chip auf der Duftkarte soll dafür sorgen, dass der passende Duft abgegeben wird. Die Reichweite der wohlriechenden Spur wird mit etwa 1 Meter angegeben.

Jede Duftnote soll ein- oder mehrmals ausgesprüht werden können. Wie oft der Duft wiederverwendet werden kann, hängt davon ab, wie viele Düfte sich insgesamt auf der Duftkarte befinden. Es gilt die Regel: Je mehr Düfte auf der Karte liegen, desto weniger oft können sie benutzt werden. Der Duft ist in geringer Menge in flüssiger Form auf der Duftkarte abgelegt und geschützt, so dass die Elektronik des Mobiltelefons durch die Feuchtigkeit nicht in Mitleidenschaft gezogen werden kann, erklärt Dr. Patrick Hehn vom Institut für Sensorikforschung und Innovationsberatung GmbH (isi), das das Verfahren entwickelt hat, gegenüber golem.de.

Der Chip auf der Duftkarte enthält eine Steuereinheit, die den Duft auslöst, sobald eine MMS, SMS oder E-Mail auf dem Handy ankommt. Dabei wird abgefragt, ob der Nutzer ein kompatibles Gerät hat und ob eine passende Duftkarte mit dem richtigen Duft eingesteckt ist. Ist dies alles der Fall, strömt aus dem kleinen Chip der entsprechende Wohlgeruch. Ist das Mobiltelefon kein Dufthandy oder die falsche Duftkarte eingelegt, enthält der Empfänger die Nachricht ohne Duft.

Der Duftchip kann außerdem von verschiedenen Anwendungen angesprochen werden: So lässt sich der Duft auch von einem angeschlossenen PC oder von speziellen Duftprogrammen auf dem Mobiltelefonen aktivieren. Die Einsatzbereiche sind vielfältig: duftende MMS-Grüße, Werbeclips mit Duftproben von Parfüms oder Spiele für Handy und PC, bei denen Schießpulverduft und Moorgeruch für ein besonderes Spielerlebnis sorgen sollen.

Das Institut für Sensorikforschung und Innovationsberatung GmbH (isi) sucht derzeit zusammen mit seinem Partner conVISUAL Investoren. Sobald ein Geldgeber gefunden ist, rechnet das Konsortium mit einer zweijährigen Entwicklungszeit, bis das Produkt marktreif ist. Somit werden die ersten Dufthandys nicht vor 2010 oder 2011 zu haben sein, falls sie denn entwickelt werden. Die Duftkarten sollen dann weniger als 10,- Euro pro Stück kosten.  (yg)


Verwandte Artikel:
Samsung SGH-E570: Handy mit feinem Näschen   
(22.11.2006, https://glm.io/49081 )
Zukunftstrend: Mobile visuelle Kommunikation   
(04.07.2001, https://glm.io/14667 )
Doro 7060: LTE-Klapphandy für Senioren bietet WLAN und Apps   
(01.03.2018, https://glm.io/133072 )
Neue Sailfish-Geräte angeschaut: Jolla bringt Sailfish OS auf Feature Phones   
(26.02.2018, https://glm.io/132996 )
Nokia 8110 4G im Hands On: Das legendäre Matrix-Handy kehrt zurück   
(25.02.2018, https://glm.io/132979 )

Links zum Artikel:
Convisual AG (.com): http://www.convisual.com
Institut für Sensorikforschung und Innovationsberatung GmbH: http://www.isi-goettingen.de

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/