Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0804/59005.html    Veröffentlicht: 14.04.2008 22:44    Kurz-URL: https://glm.io/59005

United Internet erhöht Angebot für Freenet auf 14 Euro

Aufgabe der Debitel-Übernahme gefordert

Der Streit um die Zukunft des Telekommunikationsanbieters Freenet wird schärfer. In einem Brief an den Freenet-Vorstand und -Aufsichtsrat hat United-Internet-Chef Ralf Dommermuth sein Kaufangebot von 12,80 Euro auf 14,00 Euro je Aktie erhöht und zugleich eine "zeitnahe" Klarstellung über den von Freenet beabsichtigten Kauf des Mobilfunkproviders Debitel verlangt, berichtet die Welt. United Internet will Freenet nur übernehmen, wenn die Debitel-Übernahme unterbleibt.

Mit dem Schreiben geht die Auseinandersetzung zwischen Freenet-Chef Eckhard Spoerr und Dommermuth in die entscheidende Runde. Dommermuth will gemeinsam mit dem Mobilfunk-Provider Drillisch den Konkurrenten Freenet übernehmen und anschließend aufspalten. Das Internet- und DSL-Geschäft soll an United Internet fallen, Drillisch würde in diesem Fall die Mobilfunksparte übernehmen. United Internet und Drillisch halten über eine gemeinsame Holding bereits gut 25 Prozent an Freenet.

Doch Spoerr hat andere Pläne. Der Freenet-Chef treibt die Übernahme des Mobilfunk-Providers Debitel voran und verhandelt seit einiger Zeit mit dem Debitel-Großeigner und Finanzinvestor Permira. Berichten zufolge sollten die Verträge ursprünglich bereits an diesem Dienstag unterschrieben werden, der Vertragsabschluss sei aber auf Freitag verschoben worden. Dadurch würde der nach T-Mobile und Vodafone drittgrößte Mobilfunkanbieter mit rund 20 Millionen Kunden in Deutschland entstehen.

In dem Brief spricht sich Dommermuth deutlich gegen die Übernahme aus, heißt es in der Welt: "Bitte lassen Sie sich nicht ohne Not zum Erfüllungsgehilfen von Permira und den Debitel finanzierenden Banken machen." Vielmehr sei der Debitel-Verkauf durch Permira vielmehr "aus der Not geboren", so der United-Internet-Chef.

Insbesondere kritisiert er die Übernahme der enormen Schuldenlast bei Debitel. "Wenn Sie zulassen, dass zukünftig neben dem Debitel-Geschäft auch die Freenet-Assets für die Debitel-Kredite haften, dann setzen Sie alles auf eine Karte", heißt es in dem Brief. Auf diese Weise könnten die Freenet-Aktionäre "quasi-enteignet" werden.  (asa)


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Links zum Artikel:
freenet.de AG: http://www.freenet-ag.de
United Internet AG: http://www.united-internet.de/

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