Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0804/58871.html    Veröffentlicht: 08.04.2008 15:47    Kurz-URL: https://glm.io/58871

Toshiba: Quad-Core mit 4 Cell-Kernen für HD-Encoding

Referenz-Design wird als PCIe-Karte ausgeliefert

Ab sofort können Entwickler die ersten Muster der "SpursEngine" von Toshiba beziehen. Es handelt sich um einen abgespeckten Cell-Prozessor mit 4 Kernen auf einem Die, der für Geräte der Unterhaltungselektronik gedacht ist. Die Lösung soll nur zwischen 10 und 20 Watt elektrischer Leistung aufnehmen.

Unter dem Namen "BXK005000" bietet Toshiba jetzt eine PCIe-x1-Steckkarte an, auf welcher die SpursEngine zusammen mit 128 MByte XDR-Speicher sitzt. Die beiden Speicherbausteine sollen eine Bandbreite von 12,8 GByte pro Sekunde erreichen. Die Karte dient als Entwicklungssystem für Unterhaltungselektronik, die mit Full-HD-Videos umgehen kann - neben Set-Top-Boxen könnten das etwa auch Blu-ray-Player sein. Ob und ab wann Toshiba Letztere nach dem Ende der HD-DVD selbst anbietet, bleibt abzuwarten.

SE1000, darunter Referenzkarte
SE1000, darunter Referenzkarte
Der Prozessor selbst heißt "SE1000" und ist die erste Ausgabe der im Herbst 2007 angekündigten "SpursEngine" von Toshiba. Er besteht aus 4 "Synergistic Processing Elements" (SPE), wie Sony und IBM die Mehrzweckkerne des Cell-Prozessors genannt haben. Die "Cell Broadband Engine" (Cell B.E.) ist dabei eine leicht abgespeckte Variante des Cell-Prozessors in Sonys PlayStation 3.

Um die Leistungsaufnahme des SE1000 in einen für Unterhaltungselektronik akzeptablen Rahmen zu bringen, hat Toshiba nur 1,5 GHz für den Takt des Quad-Cores gewählt. Bei der PS3 mit ihren etwas anders gestalteten Cells sind es 3,2 GHz - dafür braucht die Konsole für das Blu-ray-Dekodieren aber auch um 200 Watt. Der SE1000 soll HD-Videos sowohl in MPEG-2 als auch H.264 bei 1.920 x 1.080 Pixeln mit 10 bis 20 Watt Leistungsaufnahme dekodieren können - der dafür nötige Codec ist in einer eigenen Hardware ausgeführt. Das Encoding von HD-Videos in denselben Formaten beherrscht der Chip ebenfalls.

Für einen möglichen Blu-ray-Player sind aber noch die Leistungsaufnahmen von Laufwerk, I/O-Chips und Verlustleistungen des Netzteils einzukalkulieren. Der SE1000 erreicht laut Toshiba eine Rechenleistung von theoretischen 48 GFlops, allerdings gibt das Unternehmen nicht an, ob das auch bei doppelter Genauigkeit gegeben ist. Die beherrscht der kleine Cell ebenso wie einfache Genauigkeit.

Neben der Hardware bietet Toshiba für die Plattform auch Entwicklungswerkzeuge wie Compiler, Debugger und Beispielanwendungen an. Als Softwarepartner konnte man unter anderem schon Corel und CyberLink gewinnen - Letztere sind vor allem durch ihre Player-Software für DVDs und HD-Videos bekannt.  (nie)


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