Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0804/58831.html    Veröffentlicht: 07.04.2008 10:06    Kurz-URL: https://glm.io/58831

Intel veröffentlicht WiMAX-Stack für Linux

Neues Entwicklungsprojekt gestartet

Intel hat ein neues Linux-Projekt gestartet, um die eigenen WiMAX-Chips mit dem freien Betriebssystem nutzen zu können. Der Kernel-Stack und die Userspace-Programme für die Funktechnik stehen in einer ersten Version bereits zum Download bereit. Wie schon bei einigen Intel-WLAN-Treibern wird ein binäres Firmware-Modul vorausgesetzt.

Unter linuxwimax.org findet sich Intels aktuellstes Linux-Entwicklungsprojekt. Dabei geht es um die Datenfunktechnik WiMAX, die in den IEEE-Standards der Familie 802.16 beschrieben wird und anders als die WLAN-Standards der Familie 802.11 größere Reichweiten überbrückt. Zur Verfügung stehen bereits die allgemeinen Kernel- und Userspace-Komponenten sowie ein Treiber, der beispielsweise Intels WiMAX/WiFi Link 5050 (Codename: Echo Peak) unterstützt.

Der Aufbau des Projektes ist typisch: Der Kernel-Stack stellt eine allgemeine Schnittstelle zur Kontrolle der WiMAX-Geräte bereit. Der Userspace-Daemon und die Bibliotheken bieten dann ein High-Level-API, um Funktionen wie Netzwerk-Scan, Auf- und Abbauen der Verbindung und Ähnliches anzusprechen.

Während der Kernel-Stack komplett der GPL unterliegt, gilt dies für den Treiber ("i2400m") nur teilweise. Einige Komponenten unterliegen hier der BSD-Lizenz, womit Intel Entwicklern anderer Betriebssysteme entgegenkommen will. Der WiMAX Network Service unterliegt ebenfalls der BSD-Lizenz. Um den Treiber verwenden zu können, ist außerdem ein Firmware-Image nötig, so wie auch schon bei einigen Intel-WLAN-Treibern. Dieses wird unter der Intel Free Distribution Binary License veröffentlicht, die zwar die kostenlose Weitergabe, jedoch keine Veränderung erlaubt. Dies habe vor allem mit Regulierungsvorgaben zu tun, die eine Änderung durch den Anwender verbieten, so Intel. Bei einigen WLAN-Treibern ist das Firmware-Image mittlerweile allerdings nicht mehr nötig. Unter ähnlichen Bedingungen und nur als Binary liegt auch der Authentifizierungsdienst WiMAX Supplicant vor.

In Zukunft sollen auf der Projektseite auch öffentliche Quellcode-Repositorys folgen.  (js)


Verwandte Artikel:
Security: Das Jahr, in dem die Firmware brach   
(10.01.2018, https://glm.io/131796 )
Nouveau: Nvidia versucht, alles zu verstecken   
(04.02.2018, https://glm.io/132571 )
Nokias Internet Tablet N810 mit WiMAX   
(02.04.2008, https://glm.io/58728 )
Linux: Bolt bringt Thunderbolt-3-Security für Linux   
(15.12.2017, https://glm.io/131701 )
Linux-Grafiktreiber: Mesa 17.3 verbessert Vulkan- und Embedded-Treiber   
(11.12.2017, https://glm.io/131601 )

Links zum Artikel:
Intel: http://www.intel.de
Intel (.com): http://www.intel.com
Intel Linux WiMAX (.org): http://linuxwimax.org/

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/