Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0804/58750.html    Veröffentlicht: 02.04.2008 15:22    Kurz-URL: https://glm.io/58750

Kupferdiebstahl: Wenn das Telefon plötzlich tot ist

Diebesbande gefasst, Klau geht weiter

Seitdem die Kupferpreise auf dem Weltmarkt stark angestiegen sind, lohnt es sich, selbst kleinere Mengen des Buntmetalls an Metallhändler zu verkaufen. Dies ruft auch Diebe auf den Plan, die das Material abtransportieren. In einem besonders dreisten Fall hat die Polizei nun einen Täter erwischt. Er wollte eine gerade erst wegen eines vorangegangenen Diebstahls reparierte Telefonleitung mitnehmen.

Die Kriminalpolizei im brandenburgischen Lychen in der Uckermark konnte Anfang 2008 schon einmal eine vierköpfige Gruppe dingfest machen, die Kupferdiebstähle begangen hatte. Damit war dem kriminellen Treiben aber noch kein Ende gesetzt, denn die Diebstähle gingen weiter.

Am 25. März 2008 wurde einem Bericht der Märkischen Allgemeinen zufolge gar ein über 1 Kilometer langes Stück Telefonleitung gestohlen. Die Telekom reparierte die Leitung, doch beinahe hätten die Monteure erneut ausrücken müssen, denn schon zwei Tage später wollte ein Täter die gleiche Telefonleitung stehlen. Beim Durchtrennen des Kabels wurde er jedoch beobachtet. Der Zeuge rief die Polizei, die den mittlerweile geständigen Dieb auf der Flucht stellen konnte.

Alleine in der Zeit zwischen dem letzten März-Wochenende und dem 1. April wurden von der Polizei in Brandenburg mehr als ein halbes Dutzend weiterer Buntmetalldiebstähle mit teils vierstelligem Sachschaden gemeldet. In einem Fall wurden aus einer Windkraftanlage die gesamten Kabel entfernt, der Gesamtschaden beträgt laut Betreiber 300.000 Euro.

Der Preis für eine Tonne Kupfer ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Im ersten Quartal 2003 kostete eine Tonne des Buntmetalls nur rund 1.500 US-Dollar. Ende des 1. Quartals 2008 notiert der Kupferpreis bei 8.474 US-Dollar. Dadurch werden die genannten Materialien für potenzielle Täter äußerst attraktiv.  (ip)


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