Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0803/58682.html    Veröffentlicht: 31.03.2008 10:36    Kurz-URL: https://glm.io/58682

T-Online verweigert Annahme von Spam

RFC-konforme Abweisung von unerwünschten E-Mails

T-Online hat seinen "Plattformschutz optimiert" und nimmt nun "offensichtlich unerwünschte E-Mails (SPAM, UCE, UBE, Phishing)" nicht mehr an, noch bevor sie den Spam-Filter erreichen. Einige T-Online-Nutzer sehen das durchaus übliche Vorgehen kritisch.

Die Maßnahmen dienen der Absicherung des technischen Betriebs der Telekom-Infrastruktur, so T-Online. Konkret prüft T-Online nun während der Entgegennahme von E-Mails "Spam/UCE/UBE/Phishing-Charakter" und lehnt bei hinreichender Sicherheit die Entgegennahme RFC-konform ab. Im Zweifel werden Nachrichten entgegengenommen und ggf. an den vom Nutzer konfigurierten Spam-Filter weitergereicht. Diese Spam-Filter-Einstellungen werden wie gehabt auf die E-Mails angewandt, nur eben deutlich seltener als zuvor, da die Annahme vieler E-Mails schon zuvor verweigert wurde.

Ein solches Vorgehen ist durchaus üblich und entlastet die Systeme von E-Mail-Anbietern enorm. E-Mails, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Spam, Viren oder Phishing-Versuche enthalten, müssen so nicht für jeden einzelnen Nutzer gespeichert und archiviert werden.

Auch der Golem.de-Mailserver lehnt E-Mails ab, die mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Spam, Viren oder Ähnliches enthalten. Der Anteil solcher E-Mails, die es nicht bis zum Spam-Filter schaffen, liegt bei rund 98 Prozent aller eingegangenen E-Mails.

"False Positives", also fälschlicherweise als "Spam" kategorisierte E-Mails, lassen sich dabei nicht ausschließen. T-Online verspricht, dass dies ob des eingesetzten Mechanismus sehr selten vorkommt: "Die Deutsche Telekom ist nicht irgendein Feld-, Wald- und Wiesen-Provider, der experimentelle Systeme einsetzt. Wir haben den Detektionsmechanismus vorher über mehrere Jahre hinweg untersucht, getestet, ausgewertet und verbessert", ist in einer Stellungnahme im T-Online-Forum zu lesen. Da die Ablehnung der E-Mails RFC-konform erfolgt, sollte auf Seiten des Senders eine "Bounce-Nachricht" erzeugt werden, so dass diese über die Ablehnung informiert wird.

Gegen die Kritik, dieses Vorgehen komme einer Einschränkung des E-Mail-Zugangs gleich, wehrt sich T-Online: "Im Übrigen benutzt jeder größere Mailprovider solche Mechanismen, d.h. wenn Sie wirklich ALLES haben wollten, was auf Port 25/tcp hereinkommt, dann hätten Sie eigentlich nur eine Wahl: Sie müssten einen Rootserver mieten und diesen nach eigenem Gusto einrichten. Wenn Sie es dann erreichten, dessen Domain im Internet einigermaßen bekannt zu machen, würden Sie bald feststellen, dass Sie kaum noch Mails empfangen könnten, weil der Mailserver auf ein paar tausend Sockets versucht, die Mails der Spam- und Virenbots anzunehmen, dies aber von den technischen Ressourcen her nicht mehr schaffen kann."

Wessen legitime E-Mail von T-Online abgewiesen wird, kann sich direkt an die E-Mail-Adresse fpr@rx.t-online.de wenden.  (ji)


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