Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0802/57874.html    Veröffentlicht: 21.02.2008 15:00    Kurz-URL: https://glm.io/57874

EFF warnt vor DRM-Risiko für Flash-Dateien

Adobe startet DRM-Integration in Flash-Produkte

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) warnt vor den Risiken, die mit Adobes Einführung von digitalem Rechtemanagement (DRM) für das Flash-Dateiformat verbunden sind. Wettbewerb und Redefreiheit im Internet könnten dadurch eingeschränkt werden.

Das ursprünglich von FutureWave Software entwickelte und nun Adobe gehörende Flash-Dateiformat erfreut sich seit geraumer Zeit hoher Popularität. Flash ist das bevorzugte Format für die Verbreitung privater Filmdateien in sozialen Netzwerkgemeinschaften, allen voran YouTube. Zur weiten Verbreitung von Flash haben neben dem frei verfügbaren Flash-Player-Plugin für Browser auch die Abwesenheit von Kopierschutz und DRM beigetragen.

Das soll sich mit der Einführung von digitalem Rechtemanagement in der neuen Flash-Server-/-Player-Generation ändern. Mit deren Einführung hat Adobe Ende Januar 2008 mit der Vorstellung des Flash Media Interactive Streaming Servers begonnen.

Die EFF sieht in der Einführung von DRM für Flash eine Gefahr für den Wettbewerb und die Redefreiheit im Internet. Durch die Verwendung eines "geheimen Adobe-Protokolls" für die verschlüsselte Kommunikation zwischen Flash-Media-Server und Flash-Player könnte Abspielsoftware von anderen Unternehmen "ausgesperrt" werden, befürchtet die EFF. Als Beispiel erwähnt die EFF in ihrem Memo den aktuellen Real-Player.

Für Anwender würde die Einführung von DRM für Flash bedeuten, dass Schluss wäre mit dem beliebten Remixen von Flash-Filmen. Eine Umgehung des DRM-Schutzes würde eine Urheberrechtsverletzung darstellen, ganz gleich, ob der Inhalt einer Flash-Datei urheberrechtlich geschützt ist oder nicht. Wenn zur Redefreiheit die Verwendung von Zitaten in eigenen Werken gehört, wird die Redefreiheit bedroht, wenn Zitate verhindert werden.

Der Digital Millennium Copyright Act (DMCA) und die nach seinem Vorbild modellierten Urheberrechtsgesetze in den EU-Staaten sowie vielen anderen Ländern verbieten die Umgehung von technischen Schutzmaßnahmen unabhängig von der dahinter stehenden Absicht. Dazu die EFF: "Adobe oder Kunden, die den Flash Media Server 3 benutzen, können gegen Anwender vorgehen, die die Verschlüsselung knacken. Dafür müssen sie nicht nachweisen, dass die Anwender irgendeine Urheberrechtsverletzung begehen. Selbst wenn die Anwender nicht direkt betroffen sind, können Technologieanbieter bedroht und die von den Anwendern benötigten Technologien in die Illegalität getrieben werden." [von Robert A. Gehring]  (ip)


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Links zum Artikel:
Adobe: http://www.adobe.de/
Adobe (.com): http://www.adobe.com
EFF - Electronic Frontier Foundation (.org): http://www.eff.org

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