Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0802/57742.html    Veröffentlicht: 15.02.2008 13:59    Kurz-URL: https://glm.io/57742

Spieletest: Cranium Kabooki - Brettspiel geht fremd

Umsetzung des berühmten Gesellschaftsspiels für Nintendos Wii

Die Wii präsentiert sich als familienfreundliche Konsole und hat in den vergangenen Monaten immer wieder bewiesen, dass Minispielsammlungen auf ihr hervorragend funktionieren. Da bot sich eine Umsetzung des populären Brettspiels Cranium durchaus an. Was Ubisoft letztendlich daraus gemacht hat, dürfte die meisten Spieler allerdings eher zum Stromschalter greifen und den alten Gesellschaftsspielkarton herauskramen lassen.

Cranium Kabooki (Nintendo Wii)
Cranium Kabooki (Nintendo Wii)
Wer Cranium noch nie gespielt hat, kann sich das Ganze vergleichbar mit dem Klassiker Activity vorstellen: Begriffe müssen gezeichnet oder dargestellt werden, hinzu kommen allerdings noch diverse Wissensfragen. In der Wii-Umsetzung des Ganzen wurden daraus nun 15 Minispiele, die allesamt auf die Wiimote setzen. Mit der müssen dann etwa Begriffe per virtuelle Spraydose auf den Bildschirm gezeichnet, Länder an die richtige Stelle der Erdkugel verfrachtet oder Multiple-Choice-Fragen beantwortet werden.

Cranium Kabooki
Cranium Kabooki
Leider ist die Umsetzung allerdings recht lieblos ausgefallen - in inhaltlicher ebenso wie in technischer Hinsicht. So zehren etwa beständig lange Ladezeiten an den Nerven, die Optik ist eher zweckmäßig denn wirklich ansehnlich, und die Bewegungserkennung funktioniert eher schlecht als recht. Immer wieder fragt man sich, warum Bewegungen unbedingt per Wiimote dargestellt werden sollen, wenn es ohne sie doch weitaus einfacher ginge.

Aber auch die spielerischen Herausforderungen wissen kaum zu überzeugen. Der Schwierigkeitsgrad schwankt extrem und lässt sich nicht sinnvoll anpassen, anderes ist viel zu umständlich umgesetzt oder erscheint einfach komplett unverständlich.

Wii Cranium ist exklusiv für Nintendos Wii im Handel erhältlich und kostet etwa 60,- Euro.

Fazit:
Nette Idee, miserable Umsetzung - jede Minute, die man mit Cranium Kabooki verbringt, fragt man sich, wieso man nicht lieber die Brettspielvariante hervorkramt - die macht mehr Spaß, ist logischer, frustfreier und einfacher zu bedienen. Und das gesparte Geld lässt sich dann in gelungene Mini-Games für die Wii investieren; die Raving Rabbids etwa, oder auch Wario Ware.  (tw)


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Links zum Artikel:
Ubisoft: http://www.ubisoft.de

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