Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0801/57200.html    Veröffentlicht: 23.01.2008 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/57200

Spieletest: Ankh 3 - Kampf der Götter

Assil rettet das alte Ägypten, die Dritte

Das erste Ankh-Spiel war ein Überraschungserfolg, das zweite eine würdige Fortsetzung. Jetzt steht Teil 3 mit Namen "Kampf der Götter" in den Läden und erbringt erneut den Beweis, dass Deck13 derzeit zu Deutschlands humorvollsten Entwicklerteams gehört.

Ankh 3 - Kampf der Götter (Windows-PC)
Ankh 3 - Kampf der Götter (Windows-PC)
Der Titel "Kampf der Götter" weist bereits die Richtung: Im neuen Ankh-Teil herrscht Uneinigkeit unter den ägyptischen Göttern. Seth will die Vormacht an sich reißen und das Land unterjochen; ein Plan, der dem jungen Assil und seiner Freundin Thara natürlich nicht gefallen kann. Also macht man sich daran, das Ganze zu vereiteln und den beschwerlichen Weg von Kairo nach Luxor auf sich zu nehmen.

Ankh 3
Ankh 3
Natürlich dient das ägyptische Szenario und die Integration diverser Gottheiten nur als Mittel zum Zweck. Um wirklich historisch korrekte Darstellung war schließlich noch kein Ankh-Spiel bemüht. Somit gleicht Luxor mit seinen Casinos eher Las Vegas, die Götter wohnen im Hotel und auch sonst treiben sich so einige Gestalten herum, die man im alten Land der Pyramiden wohl eher nicht erwartet hätte.

Am Spielprinzip hat sich wenig geändert: Immer noch müssen zahlreiche Rätsel gelöst und viele Multiple-Choice-Gespräche geführt werden, wobei Erstere immer noch meist recht offensichtlich und logisch sind, Letztere meist immens unterhaltsam.

Die Fähigkeit des Entwickler-Teams Deck13, irrsinnig witzige Dialoge zu schreiben, ist auch hier wieder ein Garant für beste Unterhaltung. Die hervorragende deutsche Synchronisation (inklusive der deutschen Stimme von John Cleese) tut ein Übriges dazu, die Zahl der Lacher in konstant hohem Bereich zu halten.

Ankh 3
Ankh 3
Natürlich kann man Ankh 3 auch eine gewisse Stagnation vorwerfen: Technisch unterscheidet sich der Titel praktisch kaum von seinen Vorgängern. Hinzu kommt die eindeutige Ausrichtung auf Gelegenheitsspieler - wirkliche Kopfnüsse gibt es selten, fast alle Aufgaben sind ohne größere Probleme zu lösen.

Dafür ist der Titel für Neueinsteiger wie für Kenner der Reihe gleichermaßen gut geeignet. Zwar gibt es diverse Anspielungen an die ersten Ankh-Titel, allerdings können die auch einfach übergangen werden, ohne dass der Spielspaß wirklich leidet. Und der eher geringe Spielumfang wird durch die Preisgestaltung des Spiels ebenfalls abgefedert: Ankh 3 ist für unter 30,- Euro im Handel erhältlich.

Fazit:
Ganz so gelungen wie das ebenfalls von Deck13 stammende Jack Keane ist Ankh 3 sicherlich nicht; dafür ist der Umfang zu gering und das Gameplay zu berechenbar. Ein ungemein unterhaltsamer Point-&-Click-Titel ist den Entwicklern hier aber trotzdem gelungen. Da bleibt zu hoffen, dass man auch weiterhin im Jahresrhythmus mit neuen Abenteuern von Assil versorgt wird.  (tw)


Verwandte Artikel:
Auch als Linux-Adventure: Ankh - Herz des Osiris   
(05.12.2007, https://glm.io/56401 )
Deck 13: The Surge 2 soll erweitertes Zielsystem bieten   
(07.02.2018, https://glm.io/132645 )
The Beast Inside: Photogrammetrie plus Horror   
(01.03.2018, https://glm.io/133087 )
Deponia: Daedalic Entertainment eröffnet Niederlassung in München   
(14.02.2018, https://glm.io/132778 )
In the Valley of Gods: Firewatch-Macher betreten das Tal der Götter   
(08.12.2017, https://glm.io/131560 )

Links zum Artikel:
Deck 13 Interactive (.com): http://www.deck13.com/

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/