Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0801/57114.html    Veröffentlicht: 18.01.2008 12:11    Kurz-URL: https://glm.io/57114

Intels Grafik-Chip "Larrabee" kommt frühestens Ende 2009

Erste Chips sollen Ende 2008 hergestellt werden

Während einer Telefonkonferenz zu Intels jüngsten Quartalsergebnissen erklärte CEO Paul Otellini, dass das seit über einem Jahr durch die Presse geisternde Projekt "Larrabee" später als erwartet fertig wird. Der Grafikprozessor existiert noch gar nicht in Form eines Chips, eventuell soll er erst 2010 auf den Markt kommen.

Wie Otellini auf die Frage eines Analysten erklärte, erwartet Intel das "first silicon" zu Larrabee erst Ende des Jahres 2008. Daraus sollen dann Muster werden, die an "Entwickler" gehen, so Otellini - gemeint sind damit offenbar Spiele-Entwickler; das Referenz-Design für Grafikkarten entwirft in der Regel der Hersteller des Chips. Ende 2009 oder Anfang 2010 rechnet der Intel-CEO dann mit ersten Produkten auf Basis von Larrabee.

Das ist über ein Jahr später, als bisher erwartet wurde - Intel hielt sich aber zu Larrabee selbst stets sehr bedeckt und nannte offiziell noch keinen Termin. Auf dem letzten IDF in San Francisco im September 2007 sprachen Intel-Vize Pat Gelsinger und Otellini auch stets nur von "ersten Demonstrationen" von Larrabee im Jahr 2008. Bereits Ende 2006 waren jedoch erste Gerüchte zu diesem Projekt aufgetaucht, und unbestätigten Berichte zufolge hat Intel auf der Computex 2007 erstes Feedback von Grafikkarten-Herstellern eingeholt - obwohl der Chip noch gar nicht fertig ist, wie sich jetzt herausstellt.

Taiwanische Medien waren in der Folge davon ausgegangen, dass Larrabee noch Mitte 2008 erscheinen könnte. Mit der nun vorliegenden Aussage von Paul Otellini ist auch fraglich, ob die Mitte 2007 aufgetauchten Entwicklungsunterlagen zu Larrabee noch aktuell sind. Demnach soll es sich um einen Chip mit 16 x86-Kernen handeln, die aber sehr einfach aufgebaut sind und anders als moderne CPUs die Befehle nur In-Order ausführen können.

Offiziell hatte Intel Larrabee im April 2007 auf dem IDF in Peking angekündigt, und auch das Design als Many-Core-Prozessor (also mit mehr als 4 Kernen) bestätigt. Während Pat Gelsinger in seinem öffentlichen Vortrag das Projekt noch vor allem als Beschleuniger für technisch/wissenschaftlichen Einsatz positionierte, bestätigte er sechs Monate später auf dem nächsten IDF auf Nachfragen, dass daraus auch eine Grafikkarte mit Treibern für DirectX und OpenGL werden soll.  (nie)


Verwandte Artikel:
Knights Mill: Intel hat drei Xeon Phi für Deep Learning   
(18.12.2017, https://glm.io/131724 )
IDF: "Larrabee" als Grafikkarte für OpenGL und DirectX   
(19.09.2007, https://glm.io/54858 )
Raja Koduri: Intel zeigt Prototyp von dediziertem Grafikchip   
(20.02.2018, https://glm.io/132861 )
Hardware-Umfrage: 85 Prozent der Steam-Spieler nutzen eine Geforce   
(05.03.2018, https://glm.io/133142 )
Meltdown und Spectre: NSA will nichts von Prozessor-Schwachstelle gewusst haben   
(07.01.2018, https://glm.io/131999 )

Links zum Artikel:
Intel (.com): http://www.intel.com

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/