Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0801/56886.html    Veröffentlicht: 08.01.2008 16:26    Kurz-URL: https://glm.io/56886

Aktuelle Zahlen der Internet-Nutzung

Unterschiede zwischen Jung und Alt sowie Ost und West

Vorbei sind die Zeiten, als man mit einem eigenen Internetanschluss noch Bewunderung hervorrufen konnte. Das Internet gehört inzwischen zum Alltag der Deutschen. Was sich aber nicht geändert hat, ist das Profil des Internetnutzers. Noch immer sind die deutschen Surfer in der Mehrheit gebildete Männer aus dem Westen.

Die "Forschungsgruppe Wahlen" hat die aktuellen Strukturdaten zur Internetnutzung in Deutschland vorgelegt. Danach nutzten im letzten Quartal des Jahres 2007 knapp zwei Drittel aller Deutschen (63 Prozent) das Internet privat und am Arbeitsplatz. Fast drei Viertel der Befragten (70 Prozent) verfügen dabei über einen Zugang zu Hause.

Die meisten Befragten nutzen das Internet regelmäßig: 45 Prozent der Befragten zwischen 3 und 10 Stunden in der Woche, 25 Prozent sogar noch mehr. Die Seltensurfer, die weniger als 2 Stunden online sind, sind mit 30 Prozent in der Minderheit.

Allerdings gibt es Unterschiede in der Nutzung zwischen den Altersgruppen, den Geschlechtern und Bildungsschichten. Nach den Umfrageergebnissen ist der durchschnittliche deutsche Internetnutzer jung, männlich, gebildet und aus dem Westen.

Wenig überraschend sind es eher die Jüngeren, die sich auf die moderne Kommunikationstechnik einlassen. Fast alle 18- bis 24-Jährigen (94 Prozent) sind online. Auch die Deutschen bis 49 Jahren sind überwiegend in den Datennetzen unterwegs (87 Prozent der 25- bis 29-Jährigen, 88 Prozent der 30- bis 39-Jährigen, 80 Prozent der 40- bis 49-Jährigen). Während der Anteil der 50- bis 59-Jährigen in etwa dem Durchschnitt entspricht (65 Prozent), sind die Älteren nach wie vor zurückhaltend: Nur ein Viertel der über 60-Jährigen nutzt das Internet.

Zwar surft inzwischen auch die Mehrheit der Frauen im Internet. Gegenüber den Männer liegen sie jedoch immer noch zurück (54 Prozent gegenüber 72 Prozent). Auch das West-Ost-Gefälle ist signifikant: Im Westen liegt der Anteil der Internetnutzer bei 65 Prozent, im Osten ist er um 10 Prozent niedriger.

Auch der Grad der Bildung spielt immer noch ein Rolle. Praktisch jeder Hochschulabsolvent (90 Prozent) nutzt das Internet. Bei den Absolventen der mittleren Reife sind es noch 76 Prozent. Onliner, die die Hauptschule abgeschlossen haben, sind hingegen seltener. 43 Prozent der Hauptschulabsolventen mit abgeschlossener Lehre und nur 28 Prozent von ihnen ohne Lehre sind online. Auch die verschiedenen Berufsgruppen sind unterschiedlich im Netz vertreten. Die Unterschiede zwischen Selbstständigen (79 Prozent) und höheren Angestellten und Beamten (74 Prozent) sind dabei nicht so groß. Der Anteil der mittleren Angestellten und Beamten entspricht mit 65 Prozent etwa dem Durchschnitt. Von den Arbeitern hingegen nutzt nicht einmal jeder zweite (47 Prozent) das Netz.

Für die Studie hat die Forschungsgruppe Wahlen zwischen 16. Oktober und 13. Dezember 2007 Telefonbefragungen mit 3.916 Personen durchgeführt. Das in Mannheim ansässige Meinungsforschungsinstitut ist ein gemeinnütziges Unternehmen, das vom ZDF finanziert wird.  (wp)


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Links zum Artikel:
Forschungsgruppe Wahlen: http://www.Forschungsgruppe.de

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