Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0801/56851.html    Veröffentlicht: 07.01.2008 18:34    Kurz-URL: https://glm.io/56851

Noch ein Musikanbieter verabschiedet sich von DRM

Auch Napster will Musik ohne Kopierschutz verkaufen

Nach den großen Plattenfirmen entsagen nun auch die Musikverkäufer dem Kopierschutz: Napster will noch im ersten Halbjahr 2008 alle Beschränkungen aufheben und sein gesamtes Programm im freien MP3-Format anbieten.

Immer mehr Anbieter von Musik befreien ihre Stücke von Restriktionen wie dem Kopierschutz. Nachdem zuletzt auch Sony BMG als Letzter der großen vier der Plattenfirmen den Abschied zum Digital Rights Management (DRM) angekündigt hat, zieht nun der Musikverkäufer Napster nach.

In einer Pressemitteilung kündigt der Dienst an, bis Ende des zweiten Quartals 2008 sein Sortiment auf das verbreitete, nicht kopiergeschützte MP3-Format umzustellen. Das gilt für einzeln verkaufte Lieder und ganze Alben. Diese werden künftig "ausschließlich im MP3-Format erhältlich sein, das praktisch mit allen MP3-Playern und Musikmobiltelefonen auf der ganzen Welt, inklusive den populären iPod und iPhone, kompatibel ist", erklärt Napster.

Bislang bietet Napster nur Musikstücke im von Microsoft entwickelten Format "Windows Media Audio" (WMA) an, gekoppelt an Microsofts DRM-System. Das WMA-Format können aber viele mobile Geräte nicht abspielen, darunter auch iPod und iPhone. Mit dem Wechsel auf das verbreitetere MP3-Format erschließt sich Napster damit eine neue große Käuferschaft.

Seit Oktober 2003 verkauft die ehemalige P2P-Plattform Napster erfolgreich als legaler Anbieter Songs, allerdings mit Restriktionen: So ist etwa das Musikabo teurer, wenn Nutzer Stücke nicht nur auf dem Computer, sondern auch auf einem mobilen Abspielgerät anhören wollen. Wird das Abonnement gekündigt, werden alle erworbenen Titel gesperrt. Das Musikabo ist von der Umstellung ausgeschlossen.  (wp)


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