Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0712/56663.html    Veröffentlicht: 20.12.2007 13:12    Kurz-URL: https://glm.io/56663

Spielehersteller: Schärferer Jugendschutz verfassungswidrig

BIU stört sich an der geplanten Indizierung per Gesetz

Der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzesentwurf zur Verschärfung des Jugendschutzgesetzes wird vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) als verfassungswidrig kritisiert. Zudem würden die geplanten Änderungen den Jugendschutz bei Computer- und Videospielen nicht verbessern, meint BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters.

Die Bundesregierung plant, das Jugendschutzgesetz dahingehend zur verändern, dass Trägermedien, die "besonders realistische, grausame und reißerische Darstellungen selbstzweckhafter Gewalt beinhalten, die das Geschehen beherrschen", zukünftig als schwer jugendgefährdend eingestuft und damit gesetzlich indiziert werden. Der BIU stört sich vor allem daran, dass nach diesen Änderungen Spiele ohne Einzelfallprüfung durch die USK und Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien (BPjM) allein per Gesetz indiziert werden sollen.

"Dabei ist es den Anbietern und Händlern grundsätzlich nicht möglich zu beurteilen, welche Gewaltdarstellung noch erlaubt ist und welche nicht", kommentiert Olaf Wolters die geplanten Änderungen, "deshalb ist die Gesetzesänderung verfassungswidrig". Der Verband hofft nun, dass das Parlament die vorgezogenen Änderungen noch ausbremst.  (ji)


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Links zum Artikel:
BIU - Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware: http://www.biu-online.de

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