Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9912/5636.html    Veröffentlicht: 23.12.1999 10:52    Kurz-URL: https://glm.io/5636

Microsoft rät zu Vorsicht bei Versteigerungen

Die immer mehr an Popularität gewinnenden Online-Versteigerungen ziehen laut Microsoft leider nicht nur ehrliche Mitmenschen sondern auch Betrüger an, wenn es um Software geht - erst vor wenigen Tagen stellte die Kriminalpolizei in einer Privatwohnung zahlreiche Raubkopien sicher, die zur Versteigerung gedacht waren.

Die Beamten stellten laut Microsoft bei der Hausdurchsuchung in einer Mülheimer Privatwohnung am 14.12.99 rund 30 raubkopierte CD-ROMs Microsoft Office 97 Professional und ebenso viele gefälschte Endbenutzerlizenzverträge (EULA) für dieses Microsoft Produkt sicher. Die ermittelnden Beamten beschlagnahmten in der Essener Wohnung neben den gefälschten Microsoft-Office-Produkten und Endbenutzerlizenzverträgen belastende Zahlungsbelege und rund 40.000 Mark.

Aufgrund eines Hinweises hatte die Polizei bereits seit einigen Wochen verdächtige Angebote bei Online-Auktionen verfolgt und war so auf den 45-jährigen Ganoven gestoßen. Als sich die Beamten mit den sichergestellten Produkten an Microsoft GmbH wandten, konnte diese Parallelen zu bereits entdeckten illegalen Auktionsangeboten herstellen.

Unter "Harry667" und anderen aus Vornamen und Zahlen bestehenden Pseudonymen bot der aufgeflogene Täter auf Auktionsseiten wie www.feininger.de oder www.ebay.de illegale Software als vermeintlich echte Microsoft-Ware zum Ersteigern an. In mindestens 150 Fällen sollen bereits tatsächlich Verkäufe getätigt worden sein. Die Staatsanwaltschaft Essen erhebt nun Anklage wegen Urheberrechtsverletzungen und Betrugs. Über Verbindungen zu weiteren Vorfällen werden laut Microsoft gerade Untersuchungen geführt.

Aus diesem aktuellen Anlass rät die Microsoft GmbH deswegen Teilnehmern an Online-Auktionen zu erhöhter Vorsicht beim Erwerb von Software: "Diese anonymen Versteigerungsplattformen bieten illegalen Händlern ideale Voraussetzungen zum Absatz ihrer Produkte. Hinter besonders niedrigen Preisangeboten verbirgt sich oft gefälschte oder gar gestohlene Ware. Gerät ein Anwender an ein solches Programm, hat er keine Nutzungsrechte an der Software erworben, bei Einsatz der Anwendung arbeitet er illegal", mahnt das Unternehmen.

Microsoft warnt insbesondere vor Unternehmen oder Einzelpersonen, die mit Pseudonymen statt mit vollständigen Namen auftreten, keine Anschrift und/oder Telefonnummer für Rückfragen angeben und seltsame Erklärungen für besonders günstige Preise geben (z.B.: Sondervereinbarungen mit dem Hersteller, Geschäftsauflösungen oder Konkursmasse).

Microsoft bietet verunsicherten Kunden die Möglichkeit, ihre Software-Pakete zur Identifizierung an die Rechtsabteilung der Microsoft GmbH einschicken zu können. Innerhalb kürzester Zeit erhält er dann zuverlässig Auskunft über die Echtheit des Produktes. Unter der Nummer 08 00/1 81 47 33 werden hierzu gebührenfrei weitere Auskünfte erteilt. Detaillierte Hinweise auf die Fälschungsmerkmale in dem oben genannten Fall bietet Microsoft im Internet .  (ck)


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