Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0711/56298.html    Veröffentlicht: 30.11.2007 11:31    Kurz-URL: https://glm.io/56298

Apples Beteiligung an iPhone-Umsätzen bestätigt

Urteil zum iPhone-Verkauf von T-Mobile am 3. Dezember 2007 erwartet

Am gestrigen 29. November 2007 hat das Landgericht Hamburg die Streitparteien Vodafone und T-Mobile zum Verkaufsmodell von Apples iPhone gehört. Im Zuge der Verhandlung sind einige pikante Details zu den Vermarktungskonditionen des iPhones bekannt geworden. Eine Entscheidung des Gerichts wurde vertagt auf Montag, den 3. Dezember 2007.

Vodafone hatte eine einstweilige Verfügung am Landgericht Hamburg erwirkt, die T-Mobile verbietet, das iPhone ab dem 21. November 2007 nur gekoppelt mit einem Mobilfunkvertrag anzubieten. Außerdem muss der Netzbetreiber den Kunden die Möglichkeit geben, den SIM-Lock in dem Apple-Handy zu entfernen. Daher ist das iPhone bei T-Mobile seit über einer Woche auch ohne Vertrag zum Preis von 999,- Euro erhältlich. Mit einem 2-Jahres-Vertrag kostet das Mobiltelefon weiterhin 399,- Euro.

Wer derzeit ein iPhone mit oder ohne Vertrag erwirbt, erhält außerdem die Möglichkeit, den SIM-Lock am Gerät kostenlos durch Apple entfernen zu lassen. Dann kann das Mobiltelefon auch mit SIM-Karten anderer Netzbetreiber verwendet werden. Allerdings soll es technische Probleme geben, wenn das iPhone mit SIM-Karten von Netzbetreibern aus anderen Ländern verwendet wird.

Gegen die durch Vodafone erwirkte einstweilige Verfügung hatte T-Mobile Widerspruch eingelegt und am gestrigen 29. November 2007 wurde deswegen am Hamburger Landgericht verhandelt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, vertagte der zuständige Richter am Hamburger Landgericht die Entscheidung auf den 3. Dezember 2007, nachdem Vodafone und T-Mobile ihre Positionen in einer knapp zwei Stunden dauernden Anhörung vorgetragen haben.

In der Verhandlung wurde erstmals offiziell bestätigt, dass Apple an den Umsätzen beteiligt ist, die durch das iPhone generiert werden. Das gilt für die Umsätze, die durch das Führen von Telefonaten und Versenden von Kurzmitteilungen entstehen. Derartige Beteiligungen sind bislang im Mobilfunkmarkt absolut unüblich, dürften aber erklären, warum Apple in jedem Vermarktungsgebiet immer einen exklusiven Netzbetreiber für den iPhone-Verkauf auswählt.

T-Mobile stellt dies als Entgegenkommen Apples dar, weil der Netzbetreiber somit nicht den vollen Gerätepreis an den Hersteller bezahlen müsse. Wie hoch dieser Preis ist, hat T-Mobile nicht verraten. Er soll aber mehrere hundert Euro über 399,- Euro liegen. Damit ist der Verkaufspreis für das iPhone subventioniert, versicherte der T-Mobile-Anwalt an Eides statt. Nach Lesart von T-Mobile ist das iPhone somit ein subventioniertes Handy, für das eine Vertragsbindung handelsüblich und zulässig sei. Die Vodafone-Anwälte halten diese Umsatzbeteiligung hingegen für eine Prämie für den Exklusivvertrieb auf dem deutschen Markt. Damit sei es wettbewerbswidrig, wenn T-Mobile das iPhone nur mit Vertrag anbiete und es zudem mit einem SIM-Lock versehe.

Daher beharrte Vodafone vor Gericht auf der Forderung, dass T-Mobile das iPhone künftig auch ohne einen Mobilfunkvertrag verkaufen müsse. Auch dürfte es keinen SIM-Lock im iPhone geben, damit das Mobiltelefon mit SIM-Karten anderer Netzbetreiber verwendet werden kann. Bezüglich des SIM-Locks zeigten sich die T-Mobile-Anwälte teilweise einsichtig und haben in Aussicht gestellt, dass iPhone-Käufer ihr Gerät nach Ablauf des 2-Jahres-Vertrages entsperren dürfen.

Wie die Financial Times Deutschland berichtet, hat das Hamburger Landgericht den Streitwert des Verfahrens von zunächst 500.000 Euro auf nunmehr 2 Millionen Euro aufgestockt. Als Begründung gab der zuständige Richter an, dass der Ausgang des Verfahrens von internationaler Bedeutung sei und er diesbezüglich bereits von der Europäischen Kommission angerufen wurde, die den Ausgang des Verfahrens sehr aufmerksam verfolgt.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigte AT&T-Boss Randall Stephenson, dass im Jahr 2008 auch in den USA ein iPhone mit UMTS-Unterstützung angeboten wird. Bereits bei der Bekanntgabe der deutschen Markteinführung des iPhones im September 2007 hatte Apple-Chef Steve Jobs erklärt, dass für das kommende Jahr ein iPhone mit UMTS-Unterstützung geplant ist. Bereits zur Ankündigung des iPhones wurde wiederholt kritisiert, dass das iPhone in der ersten Generation kein UMTS unterstütze, was für ein modernes Mobiltelefon nicht zeitgemäß sei. Nach Aussagen von Apple habe sich der Konzern gegen UMTS im iPhone entschieden, weil sich dann die Akkulaufzeiten des iPhones dramatisch verringert hätten. Sollte Apple seinen Plan umsetzen können, wird die UMTS-Ausführung des iPhones eine Akkulaufzeit bieten, die annähernd auf dem Niveau des ersten iPhones liegen wird.  (ip)


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Links zum Artikel:
Apple: http://www.apple.com/de
T-Mobile: http://www.t-mobile.de
T-Mobile - iPhone: http://www.t-mobile.de/iphone
Vodafone: http://www.vodafone.de/

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