Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0711/56254.html    Veröffentlicht: 28.11.2007 16:20    Kurz-URL: https://glm.io/56254

Details zum iPhone-Tarif von Debitel

Volle Daten-Flatrate nur im E-Plus-Netz

Am gestrigen 27. November 2007 hat Debitel erste Details zum geplanten iPhone-Tarif bekannt gegeben. Noch ließen die bereitgestellten Informationen aber viele Fragen offen. Gegenüber Golem.de erklärte Debitel die Tarifstruktur des iPhone-Tarifs, der ab sofort in den Shops des Anbieters zu bekommen sein soll.

Wie bereits bekannt, will Debitel iPhone-Besitzer damit locken, dass sie 600,- Euro zurückerstattet bekommen, wenn sie bei Debitel einen passenden iPhone-Vertrag abschließen. Dazu müssen sie in den Debitel-Shops die Kaufquittung vom T-Mobile-Shop vorlegen und das betreffende iPhone muss vom SIM-Lock befreit sein, damit sich die SIM-Karten von Vodafone, E-Plus oder O2 im iPhone nutzen lassen.

Debitel schreibt die 600,- Euro auf einem Debitel-Kundenkonto gut, eine Barauszahlung der Summe ist nicht vorgesehen. Damit soll der künftige Debitel-Kunde ebenfalls 399,- Euro für das iPhone bezahlen, also den gleichen Gerätepreis entrichten wie bei T-Mobile. Die Summe kann dann für beliebige Mobilfunkverträge verrechnet werden, die der Kunde mit Debitel abschließt. So könnte etwa auch ein bereits laufender Mobilfunkvertrag des Lebenspartners damit beglichen werden. Falls dies nicht der Fall ist und das Guthaben ausschließlich für den speziellen iPhone-Tarif verwendet wird, muss der Kunde 15 Monate keine weiteren Gebühren bezahlen - sofern er die gebuchten Inklusivminuten und Gratis-SMS nicht überschreitet.

Der von Debitel angebotene iPhone-Tarif hört auf den Namen "Vario L" und kann wahlweise für die drei Mobilfunknetze von Vodafone, E-Plus und O2 gebucht werden. Im Monat zahlt der Kunde 39,95 Euro und erhält dafür wahlweise 100 Gesprächsminuten sowie 100 Gratis-SMS oder 200 Inklusivminuten ohne kostenlose Kurzmitteilungen oder aber keine Gratistelefonminuten sowie 200 Kurzmitteilungen. Die Inklusivminuten gelten jeweils für Anrufe in alle deutschen Netze. Zwischen den drei Optionen kann der Kunde jeden Monat wechseln.

Für jede Gesprächsminute werden ganztägig ansonsten 29 Cent berechnet und der SMS-Versand kostet 19 Cent für eine 160-Zeichen-Botschaft. Die Standardtaktung ist 60/10, so dass die erste Minute immer voll bezahlt werden muss und danach im 10-Sekunden-Takt abgerechnet wird. Eine generelle 10-Sekunden-Taktung kostet monatlich 5,- Euro mehr.

Debitel bewirbt den Tarif damit, dass dieser auch eine Daten-Flatrate umfasst. Diese Aussage gilt aber nur, wenn der Kunde den Tarif für das E-Plus-Netz abschließt. Dann kann der iPhone-Besitzer unbegrenzt im GPRS-Netz surfen. Bei Vodafone und O2 ist es keine Flatrate, sondern ein Inklusivvolumen von 5 GByte. Bei Überschreiten dieser Grenze kostet jedes weitere MByte bei Vodafone 59 Cent und 50 Cent bei O2. Im Gegensatz zu den iPhone-Tarifen von T-Mobile ist bei den Debitel-Verträgen nur ein Datenzugriff über GPRS möglich.

T-Mobile bietet hingegen einen EDGE-Zugriff und erlaubt außerdem den mobilen Internetzugriff über die WLAN-Hotspots des Anbieters, ohne dass weitere Kosten anfallen. T-Mobile stellt derzeit als einziger deutscher Netzbetreiber ein halbwegs vollständiges EDGE-Netz bereit, während Vodafone dieses erst noch aufbaut und O2 sowie E-Plus keine derartigen Pläne haben. Auch die Visual Voicemail des iPhones wird sich mit den Debitel-Tarifen nicht nutzen lassen, weil diese Funktion nur von T-Mobile unterstützt wird.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa hat T-Mobile eine 45-seitige Stellungnahme an die Bundesnetzagentur übergeben, worin der Netzbetreiber die Vorwürfe zurückweist, mit der iPhone-Vermarktung gegen die geltende Mobilfunklizenz zu verstoßen. Wann die Bundesnetzagentur diese Stellungnahme kommentieren wird, ist derzeit nicht bekannt.

Debitel hatte Beschwerde bei der Bundesnetzagentur wegen der iPhone-Vermarktung durch T-Mobile eingereicht. Debitel wirft T-Mobile vor, mit der iPhone-Vermarktung gegen die erteilte Mobilfunklizenz zu verstoßen. Nach Debitel-Ansicht sehen die Lizenzbestimmungen vor, dass T-Mobile seine Kunden beim Wechsel zu anderen Netzbetreibern oder Dienstleistern nicht behindern dürfe. Dies geschehe aber durch den SIM-Lock im iPhone.

Debitel selbst betreibt kein eigenes Mobilfunknetz. Das Unternehmen vermarktet Handys mit oder ohne Verträgen und nutzt dabei die Netze von T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2.  (ip)


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Links zum Artikel:
Apple: http://www.apple.com/de
Debitel: http://www.debitel.de
T-Mobile: http://www.t-mobile.de
T-Mobile - iPhone: http://www.t-mobile.de/iphone

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