Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0711/56150.html    Veröffentlicht: 23.11.2007 12:17    Kurz-URL: https://glm.io/56150

Zalman liefert 3D-Monitore mit Polarisations-Brillen aus

Displays mit 19 und 22 Zoll für stereoskopische Bilder

Der bisher vor allem durch Chip-Kühler aufgefallene Hersteller Zalman liefert seine Anfang 2007 erstmals vorgestellten 3D-Monitore nun endlich aus. Die teuren Displays arbeiten mit polarisiertem Licht, das von einer passiven Brille an das linke und rechte Auge geschickt wird. Die 3D-Bilder berechnet der PC, der dafür entsprechend leistungsstark sein muss.

Stereoskopie per Polarisation
Stereoskopie per Polarisation
Die hinter dem "Trimon" genannten Display steckende Technik ist nicht neu: Auf einem 2D-Display werden abwechselnd versetzte Bilder für das linke und rechte Auge gezeigt, welche über eine Brille gefiltert werden. Anders als bei den heute noch in professionellen Umgebungen beispielsweise mit Front-Projektion üblichen Brillen mit LCD-Shuttern arbeiten die Zalman-Displays jedoch mit polarisiertem Licht, jedes Brillenglas lässt nur Bilder in einer der beiden Polarisationsebenen durch. Die Brille braucht dafür keine Verbindung mit dem Display, sie ist ein rein passives Gerät und stört auch nicht durch Kabelverbindungen.

Prinzipiell lässt sich damit jeder Bildinhalt mit Tiefeninformationen versehen, besonders eindrucksvoll wird der Effekt aber nur, wenn die Darstellungen ohnehin Tiefeninformationen erahnen lassen, wie das beispielsweise bei 3D-Spielen der Fall ist. Kann man dann noch den Fluchtpunkt der Darstellung verändern, wirken die Szenen besonders lebendig.

Zalman ZM-M220W
Zalman ZM-M220W
Die Aufbereitung der Bilder muss bei solchen Lösungen jedoch stets der Rechner vornehmen, Display und Brille dienen nur der Ausgabe. Folglich ist entsprechend viel Rechenleistung bei CPU und Grafikkarte gefragt, da für denselben flüssigen Bewegungseindruck stets doppelt so viele Bilder wie bei 2D-Ausgabe berechnet werden müssen.

Die maximale Anzahl der Zeilen halbiert sich beim Polarisationsverfahren, sodass die Darstellung an Schärfe verliert. Daraus ergibt sich zudem ein Flimmern, das aber durch die Vollbildwechsel von TFTs weit weniger auffällig ist als bei früheren Lösungen mit Röhrenmonitor und LCD-Brille.

Zalman setzt bei der 3D-Berechnung offenbar ganz auf den Grafiktreiber und bietet das System auch nur für Rechner an, in denen eine Nvidia-Karte der Serien GeForce 5 bis 7 steckt, die aktuelle G80-Generation (Geforce 8xxx) wird noch nicht unterstützt. Zudem führt der Hersteller in einer FAQ-Liste zu den 3D-Monitoren eine Liste von Problemen auf, die unter anderem mit Mehrkern-Prozessoren auftreten.

Hier empfiehlt Zalman bisher nur das Abschalten der zusätzlichen Kerne, was unter anderem im BIOS oder unter Windows XP in der Datei Boot.ini möglich ist - das System soll jedoch auch mit Vista funktionieren.

Zalman ZM-M190
Zalman ZM-M190
Zur Wahl stehen bisher ein 19-Zöller im 4:3-Format mit 1.280 x 1.024 Pixeln sowie ein 16:10-Monitor mit 1.680 x 1.050 Pixeln. Das kleinere Modell soll eine Helligkeit von 300 Candela pro Quadratmeter erreichen, das größere bis zu 400 Candela. Das Kontrastverhältnis soll bei beiden Modellen bei 1.000:1 liegen, die Reaktionsgeschwindigkeit bei 5 Millisekunden.

Wie üblich ist hier vermutlich der Wechsel von Grau zu Grau angegeben. Der Breitbildschirm verfügt über eine Pivot-Funktion, lässt sich also ins Hochformat drehen. Beide Geräte verfügen über DVI- und VGA-Eingänge.

Seine ersten 3D-Monitore hatte Zalman bereits auf der Messe CES im Januar 2007 gezeigt, nun werden die Geräte offenbar auch ausgeliefert. Unverbindliche Preisempfehlungen macht der Hersteller zwar nicht, beim britischen Distributor Inition sind sie jedoch bereits mit Euro-Preisen gelistet. So kostet dort der ZM-M190 (19 Zoll) ohne Steuern 1.285,- Euro, der ZM-M220W 1.715,- Euro.

Ob dieser Preise hat Zalman laut eigenen Angaben nicht nur Computerspieler, sondern auch professionelle Anwender im Visier, die beispielsweise mit der Visualisierung von medizinischen Daten oder der 3D-Darstellung von Konstruktionszeichnungen zu tun haben.

Nachtrag vom 23. November 2007, 17:50 Uhr:

In Deutschland bieten unter anderem die Versender Alternate und CSV-Direct das 19-Zoll-Modell bereits an. Es kostet dort unter 600,- Euro und wird mit zwei der Polarisations-Brillen geliefert.  (nie)


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Links zum Artikel:
Inition: http://www.inition.co.uk/
Zalman (.kr): http://www.zalman.co.kr/

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