Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0711/55971.html    Veröffentlicht: 13.11.2007 14:07    Kurz-URL: https://glm.io/55971

Spieletest: Sinking Island - Mord im Paradies

Neues PC-Adventure von Benoit Sokal

Jack Keane, Overclocked, Reprobates - in den letzten Wochen erschien gleich eine ganze Reihe durchaus empfehlenswerter Adventures. Auch Comic-Zeichner und Autor Benoit Sokal hat wieder an einem neuen Titel mitgewirkt; allerdings kann "Sinking Island - Mord im Paradies" nicht wirklich an frühere Glanzleistungen wie Syberia anknüpfen.

Sinking Island (Windows-PC)
Sinking Island (Windows-PC)
Sinking Island ist eine klassische Detektiv-Geschichte und erinnert inhaltlich und spielerisch an typische Agatha-Christie-Krimis. Schauplatz ist die mysteriöse kleine Insel Sagorah, auf der sich der exzentrische Milliardär Walter Jones einen Lebenstraum erfüllt hat: sein eigenes monumentales Luxus-Hotel. Dumm nur, dass er selbst von seinem edlen Gemäuer nichts hat: Kurz nach Fertigstellung des Baus wird er tot am Fuße einer Klippe aufgefunden.

Sinking Island
Sinking Island
Ermittler Jack Norm wird zur Aufklärung des mysteriösen Todesfalls auf die einsame Tropeninsel gerufen - und muss sich fortan mit diversen seltsamen Gestalten wie Norms Anwalt und den geheimnisumwitterten Inselbewohnern herumschlagen. Nach und nach werden so immer neue Spuren gesammelt, die den Täterkreis weiter einschränken. Die Indizien speichert Norm übrigens in seinem PDA, mit dessen Hilfe sich der Verdächtigenkreis auch immer weiter einschränken lässt und diverse Rätsel rund um den Mord lösen lassen.

So vielversprechend die Story klingt, so spannungsarm ist leider das Gameplay ausgefallen. Als Spieler verbringt man die Zeit mit unzähligen Multiple-Choice-Gesprächen, die teils viel zu lange vor sich hinplätschern; überspringen kann man sie allerdings kaum - wer bestimmte Fragen nicht gestellt hat, kommt an entscheidenden Stellen im Spiel nicht weiter. Das hat teils unangenehme und lästige Laufwege durch immer gleiche Szenerien zur Folge; auf einer Karte anwählen lassen sich die zu besuchenden Orte leider nicht.

Auch in puncto Atmosphäre enttäuscht Sinking Island: Zwar kennt man die eher unbelebten, etwas sterilen Hintergründe bereits aus früheren Sokal-Titeln; wo man sich in Syberia über die stimmungsvoll arrangierten Hintergründe aber noch freute, wirkt in Sinking Island vieles komplett leb- und trostlos.

Sinking Island
Sinking Island
Zumindest hinsichtlich der Bedienung gibt es keinen Grund zur Klage, die adventuretypische Steuerung funktioniert auch hier bestens. Und der niedrige Schwierigkeitsgrad kommt vor allem Einsteigern zugute: Wirklich kompliziert ist die Mördersuche, vor allem auf Grund des hilfreichen PDAs, nicht ausgefallen.

Sinking Island: Mord im Paradies ist bereits im Handel erhältlich und kostet etwa 35,- Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten.

Fazit:
Wer Sokals Stil seit Jahren schätzt, wird sicherlich auch Sinking Island einiges abgewinnen können - die Handschrift des Meisters ist auch hier unverkennbar. Insgesamt reiht sich der Titel aber nicht in die Riege der topklassigen Adventures 2007 ein; sowohl atmosphärisch als auch spielerisch bleibt der Titel eher blass, Spannung will ebenso wenig aufkommen wie wirklicher Spielspaß.  (tw)


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